Der frühe Steinkohlenbergbau


 
Im Laufe von Jahrmillionen trennten sich ganze Kontinente und stießen an anderen Stellen wieder zusammen. Zeuge dieser Urgewalt sind Gebirge, die sich damals auffalteten. Auf die heimischen Kohleschichten wirkte der Druck der afrikanischen Kontinentalplatte. Sie verlaufen seitdem mit einem Gefälle von rund 7 % nach Norden hin.


Das heißt, im Ruhrgebiet reichen die Kohlenflöze bis zur Tagesoberfläche, wo sie schon vor vielen Jahrhunderten abgebaut wurden. Nach Norden zu sinken sie unter ein immer mächtiger werdendes Deckgebirge bis auf 5 000 Meter ab.

Schon vor Jahrtausenden, in dem Zeitalter, das wir heute Steinzeit nennen, haben die Menschen Bergbau betrieben. Sie gruben nach besonders harten Steinen, aus denen sie Werkzeuge machen konnten. Nach Steinkohle wurde erst verhältnismäßig spät gegraben. Die ersten Nachrichten über den Abbau von Steinkohle sind fast 1 300 Jahre alt. Sie berichten über das Kohlegraben an der Ruhr, später bei Aachen und an der Saar.

In der Frühzeit wurde der Bergbau nicht täglich und systematisch betrieben. Man sprach daher auch eher von Kohlengräberei, die aber vor etwa 250 Jahren zu Ende ging. Als man erkannte, dass Steinkohle zum Schmelzen von Eisenerz eingesetzt werden konnte, wurde von Jahr zu Jahr mehr Kohle gefördert.

Man trieb jetzt vom Tal her Stollen in den Berg hinein. Die Stollen wurden leicht ansteigend angefahren, sodass das Grundwasser abfließen konnte. So konnten oft mehrere Kohlenflöze erreicht werden. Die Kohle, die tief im Berg lag, hatte zudem eine bessere Qualität als jene, die man nahe an der Erdoberfläche finden konnte.

Hauptabnehmer waren damals vor allem Schmiedewerkstätten. Für lange Zeit blieb jedoch der Transport der Steinkohle, vornehmlich auf Pferderücken, schwierig und teuer. Als man die Ruhr schiffbar gemacht hatte, konnte Steinkohle auch bis zum Rhein und somit in entferntere Städte transportiert werden.

Eine ganz neue und bahnbrechende Entwicklung für den Bergbau und den Kohletransport trat ein, als die ersten Dampfmaschinen in Betrieb genommen wurden. Man ging zum Schachttiefbau über. Mit senkrechten Schächten, die tief in die Erde führten, erreichten die Bergleute die wertvollsten Steinkohlelager. Der Einsatz von Dampfmaschinen in Eisenhütten und von Dampflokomotiven führte dazu, dass immer mehr Steinkohle gebraucht wurde. Die Abbaugebiete verlagerten sich immer weiter nach Norden, wo man immer tiefer in die Erde vorstieß.

Für den Bergbau mussten immer mehr Menschen beschäftigt werden. Sie machten das Revier zu dem, was es heute ist: ein riesiger Ballungsraum von Siedlung und Industrie. Viele Menschen fanden in den Steinkohlerevieren und Industrieregionen Arbeit und eine neue Heimat.