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| Erkundung von Kohlelagerstätten |
| Die Erkundung von Kohlelagerstätten beginnt mit einer gründlichen
Analyse der tektonischen Strukturen. Dabei werden mithilfe
von Schallwellen die Dichte der verschiedenen geologischen Schichten
untersucht und geologische Störungen erkundet. Die Ergebnisse
dieser Messungen werden dann durch Tiefenbohrungen ergänzt. |
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Von einem Steinkohlebergwerk sieht man
an der Oberfläche eigentlich nur Fördertürme,
Kohlelager und Aufbereitungsanlagen. |
Der Kohlenbergbau erfolgt viele Meter unter Tage. Die maximale
Tiefe liegt heute in Deutschland bei etwa 1 500 Metern. Der Zugang
zum untertägigen Arbeitsplatz der Bergleute ist der Schacht.
In ihm transportiert ein Förderkorb Menschen und Materialien
in die Tiefe. Die einzelnen Schächte sind durch Strecken
miteinander verbunden, die auch den Zugang zu den einzelnen Abbaurevieren
ermöglichen.
Der eigentliche Abbau der Steinkohle erfolgt heute mit modernen Fördermaschinen
im Streb, wo die Kohle aus dem Flöz, das ist die Kohleschicht,
die zwischen Gesteinsschichten liegt, herausgelöst wird. |
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Über ein weit verzweigtes, kilometerlanges Streckennetz
werden die großen Brocken mittels Förderbändern oder
Zügen zum Füllort gebracht. Das ist eine Art Umschlagbahnhof
zwischen Schacht und Strecke, wo das geförderte Material von
den Förderwagen in Gefäße verladen und über den
Schacht über Tage befördert wird. |
| Bevor es nach unter Tage geht, wechseln die Bergleute ihre Kleidung
in der Kaue und statten sich in der Lampenstube mit elektrischen Lampen
aus, dem Geleucht, wie man in der Bergmannssprache sagt. Diese
können am Grubenhelm befestigt werden. |
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An der Hängebank, einer großen Halle unmittelbar
am Schacht, besteigen die Bergleute den Förderkorb. Das
ist ein großes eisernes Gestell mit mehreren Etagen. In den
oberen Etagen werden die Bergleute befördert, die untere, ebenerdige
Etage, die so genannte Rasenhängebank, wird zur Beförderung
von schweren Materialien benutzt. Bei einer solchen Seilfahrt
können bis zu 100 Bergleute gleichzeitig durch den Schacht eingefahren
werden. |
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Der Steinkohleabbau findet in mehreren Ebenen unterschiedlicher
Tiefe statt. Eine Ebene nennt man eine Sohle. Am Ende des Schachts
in einer Sohle gelangen die Bergleute in den Füllort.
Von hier aus werden sie mit Schienenzügen durch die Strecken
zu den eigentlichen Abbaustellen gebracht. Eine Richtstrecke ist etwa
7 Meter breit, die Wände sind mit Stahlbögen und Beton ausgebaut.
In der Mitte befindet sich ein Schotterbett für die Zuggleise. |
Eine Strecke zu bauen oder aufzufahren, wie der Bergmann
sagt, ist eine ebenso mühsame wie kostspielige Arbeit.
Früher mussten diese Arbeiten mit von Hand betriebenen Bohrmaschinen
durchgeführt werden. Dazu wurden Löcher in den Stein gebohrt,
mit Sprengstoff gefüllt und dieser gezündet. Das gesprengte
Gestein wurde von Hand verladen und abtransportiert. Danach wurde
der Tunnel ausgebaut. |
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| Heute gibt es zwei verschiedene Verfahren. |
| Bei der konventionellen Methode sind bis zu 6 Bohrgeräte
auf einem Bohrwagen montiert, sodass mehrere Löcher gleichzeitig
in den Berg gebohrt und mit Sprengstoff gefüllt werden können.
Die einst so schwere Ladearbeit wird von Seitenkippern übernommen.
Dadurch können 6 bis 8 Meter pro Tag aufgefahren werden. |
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Eine zweite Methode ist der Einsatz von Vortriebsmaschinen.
Eine so genannte Vollschnittmaschine bohrt kreisrunde Strecken
und schafft pro Tag bis zu 40 Meter. |
| Sowohl im Gestein als auch in der Kohle werden neue Strecken immer
häufiger mit Teilschnittmaschinen aufgefahren. Ihre beweglichen
Fräsköpfe schneiden das Profil der Strecke nacheinander
frei. |
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| Am deutlichsten werden die Veränderungen der Arbeitswelt unter
Tage heute beim Abbau der Steinkohle selbst. Ihre Gewinnung aus dem
Gestein, der Abtransport durch den Streb und der anschließende
Ausbau der Hohlräume waren früher manuell zu verrichtende
Arbeitsgänge. Voll mechanisiert sind sie heute in ein computergestütztes
Gesamtsystem integriert. |
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In niedrigen Flözen oder bei weicher Kohle kommt der Kohlenhobel
zum Einsatz. Dieser bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von 30 bis
90 Meter pro Minute am Kohlenstoß entlang und hat eine Schnitttiefe
von 3 bis 8 cm. |
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Bei härterer Kohle wird der Walzenschrämlader eingesetzt.
Das ist eine etwa 20 Tonnen schwere Maschine, deren rotierende Walze
aus dem Kohlenflöz einen etwa 80 cm breiten Streifen herausschneidet.
6 Meter pro Minute können so gewonnen werden. Die Kohlebrocken
fallen auf einen Panzerkettenförderer, der sie bis zur Strecke
befördert. Dort werden sie auf ein Transportband umgeladen. |
In einem Streb von 300 Meter Länge schützen etwa 200
große Stahlschilde, abgestützt von Stahlstempeln,
das obere Gestein ab, sodass ein sicherer Tunnel geschaffen wird.
Nach jedem Durchgang des Walzenschrämladers wird der Kettenförderer
wieder an das Flöz herangeschoben und die Schilde werden nachgezogen,
sodass das soeben freigelegte Gestein abgestützt wird. Hinter
den Schilden geht das überhängende Gestein zu Bruch und
rutscht auf den schrägen Stahlplatten ab.
Mit Förderbändern oder mit Güterzügen
wird die abgebaute Kohle zum Füllort gebracht und über den
Schacht zu Tage gefördert. Alle Vorgänge unter Tage werden
über Monitore von der Grubenwarte aus überwacht und
gesteuert.
Aufbereitung der Steinkohle
Über Tage gelangt die Kohle mittels Bandanlagen in die Aufbereitungsanlage.
So wie die Steinkohle aus dem Bergwerk kommt, wird sie bei uns nicht
verwendet. Zunächst wird sie einmal gewaschen und von nicht brauchbaren
Bestandteilen gereinigt. Etwa 50 % der Rohkohlenförderung sind
verwertbare Kohle.
Um ein reines Produkt zu erhalten, wird die Kohle gesiebt und von
Gestein befreit. Dazu passiert die Kohle verschiedene Becken mit Schwereflüssigkeit.
Dies ist eine Flüssigkeit, deren Dichte größer als
1 ist. Man erreicht damit, dass die Gesteinsbrocken nach unten sinken,
während die Kohle an der Oberfläche der Flüssigkeit
schwimmt. Aufgrund des unterschiedlichen spezifischen Gewichts
wird das Gemisch durch die kaskadenartige Anordnung mehrerer Becken
in verschiedene Kohlesorten getrennt. Das abgetrennte Gestein
wird entweder im Straßenbau und zum Aufschütten von Wällen
verwendet oder es werden damit Halden aufgeschüttet, die zu Landschaftsbauwerken
gestaltet werden. |
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