Das Steinkohlekraftwerk


 
In deutschen Steinkohlekraftwerken wird sowohl heimische Steinkohle als auch Importkohle verfeuert. Manchmal muss die Steinkohle von weit entfernten Standorten angeliefert werden. Das geschieht meist mittels Schiff und Bahn. Das Brennmaterial wird in schüttgerechter Form angeliefert, vom Lagerplatz über Fördereinrichtungen in Kohlebunker oder direkt in die Kohlemühlen eingebracht.

Die meisten Steinkohlekraftwerke arbeiten heute noch konventionell. Das heißt: Die Kohle wird in Mühlen zu Staub zermahlen und anschließend mit vorgewärmter Luft in die Brennkammern eines Kessels geblasen. Dort wird der Kohlestaub verbrannt und erhitzt in einem Rohrsystem Wasser zu Hochdruckdampf sehr hoher Temperatur. Wie in allen Wärmekraftwerken treibt dieser Dampf eine Turbine mit einem gekoppelten Generator zur Stromerzeugung an.

Noch in den 50er-Jahren lag der Wirkungsgrad von Steinkohlekraftwerken bei 25 %, heute werden etwa 38 % erreicht. Das heißt: Man braucht heute für die gleiche Menge Strom viel weniger Steinkohle. Ohne spezielle Maßnahmen liegt der technisch erreichbare Wirkungsgrad bei etwa 41 %. Moderne Steinkohlekraftwerke mit Kohlestaubverbrennung können diesen Wert auch erreichen.

Um aus einer Tonne Steinkohle mehr nutzbare Energie zu gewinnen, gibt es zwei Ansatzpunkte. Einerseits wird bei der Kraft-Wärme-Kopplung, wo ein bestimmter Energieanteil zur Speisung eines Fernwärmenetzes ausgekoppelt wird, der Wirkungsgrad deutlich erhöht, da kaum Abwärme entsteht, die ungenutzt bleibt.

Andererseits gibt es grundsätzlich neue Kraftwerkskonzepte. Bei kombinierten Gas- und Dampfturbinenkraftwerken wird Steinkohle zu etwa zwei Dritteln vergast. Der Rest wird zu Koks. Gleich hinter dem Vergaser wird das Gas gereinigt und verbrannt und treibt eine Gasturbine zur Stromerzeugung an. Die heißen Abgase der Gasturbine werden in einen Dampferzeuger geleitet, wo zusätzlich der Koks verbrannt wird. Der so im Kessel erzeugte Dampf treibt eine weitere Dampfturbine an.

Mit neuen Kraftwerkstypen wie solchen Kombikraftwerken können Wirkungsgrade von 47 % und mehr erreicht werden.

Dass man Kohle in brennbare Gase umwandeln kann, ist seit langem bekannt und seit den 70er-Jahren arbeitet die Kohleforschung an der Entwicklung wirtschaftlicher Verfahren für die Kohlevergasung. Wenn man bedenkt, dass über 70 % der klassischen fossilen Energiereserven aus Kohle bestehen, könnte diese Möglichkeit in Zukunft interessant werden.

Um Kohle zu vergasen, muss allerdings sehr viel Energie zugeführt werden. Dazu kann ein Teil der Kohle während der Vergasung verbrannt werden. Wird die benötigte Wärme aber von außen zugeführt, dann kann die gesamte Kohle in Gas umgewandelt werden.

Mit ebenfalls hohem Nutzeffekt können Kraftwerke mit Wirbelschichtfeuerung arbeiten. Hier wird Feinkohle mit Kalkstein vermischt in einen Kessel eingeblasen und mit von unten her eingeblasener Luft verwirbelt und verbrannt. Der Kalkstein bindet Schwefel, der somit direkt in der Asche verbleibt. Die Wärme wird so intensiv auf die Siederohre des Kessels übertragen, die in diese brennende und brodelnde Schicht eintauchen.

Damit lässt sich der Wirkungsgrad erhöhen und gleichzeitig kann der Kessel kleiner dimensioniert werden.