Braunkohle in Deutschland


 
Der deutsche Energiemarkt ist mit einem Verbrauch von knapp 500 Millionen Steinkohleeinheiten der fünftgrößte der Welt. Im Jahr 1998 wurden fast 75 % des deutschen Energieverbrauchs durch Importenergien, vor allem Importöl und Importgas, abgedeckt. Das wichtigste Mittel zur Begrenzung energiewirtschaftlicher Abhängigkeit ist die Nutzung eigener Energievorräte.

Die jährlich etwa 170 Millionen Tonnen in deutschen Tagebauen gewonnene Braunkohle leisten einen wichtigen Beitrag zum Energiemix in Deutschland und sichern gut ein Viertel der Stromversorgung. Braunkohle ist die einzige subventionsfreie heimische Energie, die reichlich verfügbar ist und zu wettbewerbsfähigen Preisen gewonnen werden kann. In den Bereichen Kohlegewinnung, Verstromung, Zulieferindustrie und durch den Export von Tagebau- und Kraftwerkstechnik gibt sie nahezu 75 000 Menschen Arbeit und sichert somit Wachstum und Fortschritt.

Die hiesige Braunkohle wird im Tagebau großtechnisch und daher relativ preisgünstig gefördert. Aufgrund der hohen Kraftwerksbaukosten kann Strom dann am kostengünstigsten produziert werden, wenn sich die Kraftwerke in unmittelbarer Nähe der Reviere befinden und rund um die Uhr mit voller Leistung betrieben werden. Daher liefern Braunkohlekraftwerke ebenso wie Kernkraftwerke Grundlast.

Etwa 90 % der deutschen Braunkohle wird verstromt. Ein Teil der Braunkohle wird aber auch zu Briketts, Koks und anderen festen Brennstoffen verarbeitet. In den 50er-Jahren wurde das Brikett zu einem Symbol der Wiederaufbauzeit und war aus den Kellern, Öfen und Zentralheizungen nicht wegzudenken.

Heute ist die Kohle für viele Verbraucher in den alten Bundesländern schon fast eine unbekannte Form von Energie geworden, da sie nicht mehr als fester Brennstoff, sondern überwiegend als Strom den Kunden erreicht.

Anders im Osten, also in den neuen Bundesländern. Zu DDR-Zeiten hatte die Braunkohle im Rahmen des planwirtschaftlichen Autarkiebestrebens eine überragende Bedeutung für die Volkswirtschaft. Sowohl als Energieträger in Form von Briketts und Stadtgas als auch als Kohlenstoffträger in der Metallindustrie und Chemie war sie Universalrohstoff. Der Wandel, der sich im Westen über viele Jahrzehnte hinweg vollzogen hatte, wie der Ersatz fester Brennstoffe durch Öl und Gas, der Nutzungswandel der Braunkohle von der Brikettierung zur Verstromung sowie der Neubau und die Nachrüstung moderner Kraftwerkstechnologien, musste und muss hier in kürzester Zeit und vor dem Hintergrund eines massiven wirtschaftlichen Einbruchs vonstatten gehen.