| |
Die ersten schriftlichen Zeugnisse über die Braunkohle
in Deutschland stammen vom römischen Historiker Tacitus
um etwa 100 nach Christus. 1731 bezeichnete der Niederländer
Johann Hartmann Degner die Torfgräberei als "Teutschlands
neu entdeckte Goldgrube". Torf war seinerzeit die gängige
Bezeichnung auch für Braunkohle.
Braunkohle wird im rheinischen Revier nachweislich seit dem 18. Jahrhundert,
vermutlich sogar schon seit dem ausgehenden Mittelalter gezielt gewonnen.
Auf dem Villerücken westlich von Köln lag die Braunkohle
direkt an der Oberfläche oder war nur von einer dünnen Deckschicht
überlagert. |
| Gewonnen wurde der Bodenschatz mit Spaten, Schaufel und Schubkarre.
Man verwertete so genannte Klütten, das waren zusammengebackene,
luftgetrocknete und schlecht heizende Klumpen aus Braunkohle. Mit
der Einführung der Brikettpresse gelang es, ein wesentlich
besseres Produkt auf den Markt zu bringen. Der Energiebedarf stieg
und eine Vielzahl von Brikettfabriken wurde errichtet. Mit Pferdefuhrwerken
musste das tonnenschwere Innenleben einer Brikettfabrik zum Bestimmungsort
transportiert werden. |
|
|
Der Beginn der Stromerzeugung aus Braunkohle vollendete den Übergang
zur industriellen Produktion. Aus Gruben wurden Tagebaue, Maschinen
ersetzten die Handarbeit. Aus dem bislang landwirtschaftlich geprägten
Rheinrevier wurde ein Industrieraum. |
| Anfang der 50er-Jahre setzte ein starker Strukturwandel
ein. Ziel war die wirtschaftliche Gewinnung der tiefer liegenden Braunkohle.
Kleinere Gruben wurden zusammengeschlossen und 1955 nahm der erste
Tieftagebau seinen Betrieb auf. Der erste Schaufelradbagger
der 100 000-Tagestonnen-Klasse wurde eingesetzt. |
|
| Die Stromerzeugung aus Braunkohle wurde ausgebaut und bis in die
70er-Jahre entstanden immer größere Kraftwerksblöcke.
1976 erreichte die Fördertechnik ihre heutige Dimension. Heute
arbeiten Schaufelradbagger, die täglich über 200 000 Tonnen
Kohle fördern können. |
|