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| Braunkohlekraftwerke arbeiten im Grundlastbereich. Ebenso
wie Kernkraftwerke und Laufwasserkraftwerke müssen sie sich nicht
den im Tagesverlauf auftretenden Schwankungen anpassen, der durch
den Wechsel der Nachfrage bei den Stromabnehmern entsteht. Damit sind
Braunkohlekraftwerke in der Lage, nahezu ständig unter Volllast
zu fahren. Einzelne Blöcke werden lediglich für Kontroll-
und Instandhaltungsarbeiten sowie für Revisionen abgeschaltet.
Außerdem sind Braunkohlekraftwerke meist in der Nähe von
Abbaurevieren installiert, um große Transportwege des Brennstoffs
zu vermeiden. |
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Über Förderbänder und Werkbahnen wird
die Kohle vom Tagebau zum Kraftwerk transportiert und in Grabenbunker
abgekippt. Bevor sie auf die einzelnen Dampferzeuger verteilt wird,
muss sie für eine optimale Verbrennung vorbereitet werden. Zunächst
wird die Kohle in einem Brecherwerk zu faustgroßen Stücken
zerkleinert und in Kesselbunkern vorübergehend gelagert.
Anschließend wird sie in den Kohlemühlen staubfein
zermahlen. Danach wird ihr der Wasseranteil, der bei Braunkohle über
50 % beträgt, entzogen. Dies geschieht mithilfe von Rauchgas
aus der so genannten Rauchgasrücksaugung vor dem Eintritt der
Kohle in die Kohlemühlen. Dabei wird die Kohle bis auf eine Restfeuchte
von 5 bis 10 % getrocknet.
Zusammen mit vorgewärmter Luft wird sie dann als Kohlenstaub-Luft-Gemisch
über Brenner in den Dampferzeuger eingeblasen.
Mithilfe so genannter Primärmaßnahmen, das heißt
durch eine kontrollierte Verbrennung mittels Steuerung der Luftzufuhr,
wird bereits in diesem Stadium die Entstehung von Stickoxiden weitgehend
verhindert.
Im Kessel wird der Kohlenstaub verbrannt und erhitzt in einem
Rohrsystem Wasser zu Hochdruckdampf sehr hoher Temperatur. Wie in
allen Wärmekraftwerken treibt dieser Dampf eine Turbine
mit einem gekoppelten Generator zur Stromerzeugung an. |
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Moderne Braunkohlekraftwerke erreichen heute Wirkungsgrade zwischen
40 und 45 %. Zukünftig werden Wirkungsgrade von bis zu 50
% möglich sein. Um einen höheren Ausbeutungsgrad bei weniger
zugeführter Braunkohle zu erreichen, werden seit Jahren hohe
Entwicklungsaufwendungen für neue Kraftwerkstechniken und Vortrocknungsverfahren
aufgebracht. |
Zurzeit wird am Standort Niederaußem im rheinischen
Revier ein Braunkohleblock mit optimierter Anlagentechnik, kurz BoA
genannt, errichtet.
Nach der Fertigstellung des BoA-Blocks im Jahr 2002 wird er das weltweit
modernste Braunkohlekraftwerk sein. |
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Ein wesentliches Element der Optimierung ist die Anhebung von
Druck und Temperatur des überhitzten Dampfes auf ein Niveau
von 270 bar und 580 °C. In zusätzlichen Wärmetauschern
wird die in den Rauchgasen noch enthaltene Wärme zurückgewonnen
und zur Vorwärmung der Verbrennungsluft und des Wassers für
den Wasser-Dampf-Kreislauf verwendet. |
Durch bessere Werkstoffe und genau aufeinander abgestimmte
Verfahrensschritte wird der Nettowirkungsgrad mehr als 45 % betragen.
Nach der Inbetriebnahme werden 6 ältere 150-Megawatt-Blöcke
stillgelegt.
Darüber hinaus wird mit dem BoA-Plus-Konzept die Entwicklung
neuer Technologien weiter vorangetrieben.
BoA-Plus kann auf der Technik der BoA-Technologie aufbauen. Im Zentrum
dieses Programms steht der Bau und Betrieb einer großen Pilottrocknungsanlage
mit einer Erzeugungsleistung von 90 Tonnen pro Stunde am Standort
Niederaußem. Die erzeugte Trockenbraunkohle wird in einem umzurüstenden
600-Megawatt-Block verstromt werden. Nach einer großtechnischen
Erprobung besteht die Möglichkeit, diese Trocknungsanlage später
im gerade entstehenden BoA-Block einzusetzen. |
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