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In der Praxis sind moderne Dampferzeuger weit komplizierter,
als das einfach anmutende Prinzip des Wasserkessels über
dem Feuer vermuten lässt. Gewöhnlicher Wasserdampf, wie
ihn vor mehr als zweihundert Jahren James Watt für die
ersten Dampfmaschinen benutzte, besitzt nur eine geringe Arbeitsfähigkeit,
weil seine Temperatur kaum über 100 °C und sein Druck kaum
über dem atmosphärischen Druck der Umgebung liegt. |
Um die Leistung von Dampfmaschinen zu erhöhen, musste die
Arbeitsfähigkeit des Dampfes gesteigert werden. Dies war wiederum
nur möglich, wenn der Dampf mit wesentlich höherer Temperatur
und stärkerem Druck in die Maschine strömte. Dies
war den Technikern spätestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts
klar.
Zunächst wurden die kupfernen Wasserkessel von eisernen Kofferkesseln
abgelöst, denen zylindrische Stahlkessel folgten. Dann
begann man, in den Kessel Rauch- bzw. Flammrohre einzuziehen, damit
die Rauchgase bzw. die heißen Flammen des Feuers das Wasser
besser erwärmen konnten. |
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