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Durch Primärmaßnahmen sind Stickoxidminderungsgrade von
bis zu 30 % möglich. Dennoch sind sie nicht immer ausreichend,
um die strengen Anforderungen für die Luftreinhaltung zu erfüllen.
Deshalb mussten weitere Techniken entwickelt werden, die man als Sekundärmaßnahmen
bezeichnet. Die zwei wesentlichen technischen Verfahren sind das SCR-Verfahren
und das SNCR-Verfahren.
SCR-Verfahren |
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Beim SCR-Verfahren, dem selektiven katalytischen Reduktionsverfahren,
wird Ammoniak (NH3) in den Rauchgasstrom eingedüst,
was bewirkt, dass sich die Stickoxide in Stickstoff (N2)
und Wasser (H2O) umwandeln. Diese chemische Reaktion
wird durch einen Katalysator beschleunigt. Um eine Entstehung
von Ammoniumsalzen zu verhindern, die die Katalysatorporen verstopfen
würden, erfolgt der Betrieb der Katalysatoren bei Temperaturen
von über 320 °C. Oberhalb dieser Temperatur entstehen
diese Salze nicht. |
Bei den in Deutschland zur Zeit installierten DENOX-Anlagen handelt
es sich fast ausschließlich um Nachrüstungen. Dabei sind
natürlich Fragen des verfügbaren Platzes und des Kesselstillstands
für die Zeit der Montage von Bedeutung. Grundsätzlich gibt
es zwei Möglichkeiten der Anordnung.
Man kann den Katalysator vor dem Luftvorwärmer (LUVO)
und damit auch vor dem Elektrofilter für die Entstaubung platzieren.
Dies ist die so genannte "high-dust"-Schaltung. Sie
hat den Vorteil, dass die Rauchgase bereits die notwendige Temperatur
aufweisen. Allerdings sind die Rauchgase in diesem Fall noch nicht
entstaubt, was nachteilig für den Katalysator sein kann.
Wird der Katalysator nach dem Elektrofilter angeordnet, die so genannte
"low-dust"-Schaltung, ist der Rauchgasstrom bereits
entstaubt, es ist allerdings eine Wiederaufheizung der bereits abgekühlten
Rauchgase notwendig.
SNCR-Verfahren |
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Beim SNCR-Verfahren, dem selektiven nichtkatalytischen Reduktionsverfahren,
wird kein Katalysator verwendet. Ammoniak oder Harnstoff
wird über Düsen dem Feuerraum zugeführt. Auch hierbei
werden die Stickoxide in Stickstoff und Wasser umgewandelt. Je nach
Lastbereich, in dem das Kraftwerk gerade arbeitet, muss der Ort der
Eindüsung variiert werden, je nachdem, wo gerade das Temperaturoptimum
von 850 bis 1 000 Grad Celsius liegt. Dieses Verfahren
bedarf einer ausgefeilten Regelung. |
Zurzeit werden auch noch zwei Varianten simultaner Abscheideverfahren
eingesetzt, wobei Schwefeldioxid- und Stickoxidemissionen in unmittelbar
aufeinander folgenden Verfahrensschritten gemindert werden.
Beim Aktivkoks-Verfahren wird das entstaubte
und von SO2 befreite Rauchgas mit Ammoniak besprüht
und durch eine Aktivkoks-Schüttung geführt. Unter
katalytischer Wirkung des Kokses bilden sich aus den Stickoxiden N2
und H2O. Diese Reaktion läuft in einem Temperaturbereich
zwischen 80 und 150 °C ab.
Beim DESONOX-Verfahren wird noch vor dem Luftvorwärmer
das Rauchgas in einem Heißgas-Elektrofilter bei 350 bis
450 °C entstaubt. Danach wird Ammoniak zur NOX-Minderung
eingedüst, die in einem Katalysator erfolgt. Dort entstehen ebenfalls
Stickstoff und Wasser. |
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