Was können die Stromversorger tun?


 
Eine CO2-freie Stromerzeugung ist bisher nur mittels Wasser-, Wind-, Sonnen- oder Kernenergie möglich. Wasser-, Wind-, Sonnenenergie sind in Deutschland aber bei weitem nicht ergiebig genug, um die bundesweite Stromversorgung zu decken, und die Kernenergie hat mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen. So werden rund zwei Drittel der Elektrizität in Wärmekraftwerken mit fossiler Feuerung erzeugt.

Wie für alle Wirtschaftsbereiche gilt auch für die Elektrizitätswirtschaft, dass ein sparsamer, rationeller Umgang mit Energie die wichtigste Maßnahme für einen effektiven Klimaschutz darstellt. Durch kontinuierliche Weiterentwicklung der Technik erzielten die Stromversorger bereits nachhaltige Erfolge beim Energiesparen. So ging von 1959 bis heute der Brennstoffeinsatz für die Erzeugung einer Kilowattstunde Strom von knapp 700 auf 350 g Steinkohleeinheiten zurück. Die physikalisch bedingten Verluste im Leitungsnetz konnten in den alten Bundesländern von 15 % in den 50er-Jahren auf 4,7 % 1995 gesenkt werden. In den neuen Bundesländern sind vergleichbare Werte in den nächsten Jahren zu erwarten.

Von den energiebedingten CO2-Emissionen in Deutschland entfielen 1997 355 Millionen Tonnen auf Kraft- und Fernheizwerke einschließlich Industriekraftwerke. Davon sind rund 261 Millionen Tonnen der öffentlichen Stromversorgung zuzurechnen, also rund 30 % des gesamten CO2-Ausstoßes in Deutschland. Von 1987 bis 1990 konnten die CO2-Emissionen bereits um 14 % und von 1990 bis 1997 um weitere fast 9 % gesenkt werden.

Eine Minderung der CO2-Emissionen der Elektrizitätswirtschaft ist vor allem durch folgende Schritte möglich:

  • Erhöhung des Wirkungs- und Nutzungsgrades von Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen
  • Ersatz kohlenstoffreicher durch kohlenstoffärmere Brennstoffe
  • Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung
  • Unterstützung von gewerblichen, kommunalen und privaten Kunden bei CO2-Minderungsmaßnahmen
  • Ausbau CO2-freier Stromerzeugung (Kernenergie, erneuerbare Energien)

Die Kernenergie und die regenerativen Energien - insbesondere die Wasserkraft - haben 1997 zusammen zur Vermeidung von ca. 193 Millionen Tonnen CO2 beigetragen. 170 Millionen Tonnen entfielen dabei auf die Kernenergie, 22 Millionen Tonnen auf Wasserkraft, etwa 1 Tonne auf die übrigen regenerativen Energieformen wie Wind, Sonne und Biomasse.

Die deutschen Stromversorger sehen es als möglich an, den Ausstoß von CO2 bei der Stromerzeugung gegenüber 1987 um rund 90 Millionen Tonnen jährlich zu senken, und zwar von 339 Millionen Jahrestonnen auf 240 bis 255 Millionen. Die Reduzierung läge damit exakt bei der von der Bundesregierung angestrebten Größenordnung von 25 %.

Allerdings ist dieses Ziel aufgrund der Langfristigkeit vieler Maßnahmen bis zum Jahr 2005 nicht zu erreichen, sondern wird erst 2015 in vollem Umfang umgesetzt sein. Voraussetzung sind zudem volks- und energiewirtschaftliche sowie energiepolitische Entscheidungen.