Kernenergie in Deutschland


 
1997 trugen in Deutschland 19 Kernkraftwerke, davon 13 Druckwasserreaktoren und 6 Siedewasserreaktoren, zur Bereitstellung elektrischer Energie bei. Sie arbeiten weitgehend im Grundlastbereich, das heißt rund um die Uhr mit voller Nennleistung. Ihr Anteil an der öffentlichen Stromversorgung beträgt etwa 36 % im Jahr.

Allein sechs große Anlagen mit jeweils einer elektrischen Leistung von mehr als 1 300 MW reichen aus, um den Strombedarf von 16 Millionen Haushalten zu decken. Die langfristige Zuverlässigkeit deutscher Kernkraftwerke mit einer technischen Betriebsdauer von deutlich über 40 Jahren wird dokumentiert durch den sehr hohen Nutzungsgrad.

Dieser gibt das Verhältnis von tatsächlich erzeugter zur theoretisch möglichen elektrischen Energie an. Er wäre gleich 100 %, wenn das Kernkraftwerk ununterbrochen bei voller Leistung in Betrieb wäre. Brennelementwechsel und Sicherheitsüberprüfungen sind turnusmäßige Maßnahmen, bei denen die Kernkraftwerke abgeschaltet werden. Daraus ergibt sich ein Ausnutzungsgrad von unter 100 %.

Die deutschen Kernkraftwerke nehmen mit Ausnutzungsgraden um 90 % weltweit eine Spitzenposition ein. So hat zum Beispiel das Kraftwerk Grohnde im Jahr 1997 dem Verbraucher eine elektrische Energie von 12,5 Milliarden kWh bereitgestellt. Das entspricht mehr als der Hälfte der Stromerzeugung aller Wasserkraftwerke in Deutschland zusammen.

Dieser Zahlenvergleich macht deutlich, welche enorme Energieausbeute uns die Natur mit Kernbrennstoffen wie Uran zur Verfügung stellt.

In Deutschland werden derzeit ausschließlich Druck- und Siedewasserreaktoren betrieben, bei denen als Moderator und Kühlmittel normales Wasser eingesetzt wird. Im internationalen Vergleich nimmt Deutschland eine mittlere Position hinsichtlich des Anteils der Kernenergie an der Stromerzeugung ein. Spitzenreiter ist Frankreich mit einem Kernenergieanteil von mehr als 75 %. Mit derzeit 109 Anlagen betreiben die USA die größte Anzahl an Kernkraftwerken.