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Wie stark die Kernteilchen im Kern zusammengehalten werden, lässt
sich berechnen. Das ist am einfachsten am Kern des Heliumatoms
darzustellen. Er besteht aus zwei Protonen und zwei Neutronen. Die
Masse des Kerns müsste sich eigentlich aus zwei Protonenmassen
und zwei Neutronenmassen ergeben.
2 · mp
= 2 · 1,67265 · 10-27
kg = 3,34530 · 10-27
kg
2 · mn
= 2 · 1,67495 · 10-27
kg = 3,34990 · 10-27
kg
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m2p+2n = 6,69520 · 10-27 kg |
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Sehr genaue Massenbestimmungen des Heliumkerns haben aber ergeben,
dass seine Masse mHe = 6,6448 · 10-27
kg beträgt. Die Masse des Heliumkerns ist also um 0,0504 ·
10-27 kg geringer als die Summe der Massen der einzeln
existierenden Teilchen. Dieser Verlust macht etwa 0,8 % aus. |
| Der Massenverlust kommt dadurch zustande, dass beim Zusammenschluss
von Protonen und Neutronen zu einem Kern ein kleiner Teil ihrer Massen
in Energie umgewandelt wird. Diese Energie wird in Form einer unsichtbaren
energiereichen Lichtart (Gammaquanten) abgestrahlt und tritt
auch z. T. als Bewegungsenergie des entstandenen Kerns auf. |
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| Würde der Heliumkern wieder in seine Bestandteile
zerlegt werden, müsste genau die verloren gegangene Energie dem
Kern wieder zugeführt werden. Der Massenverlust (und damit die
abgegebene Energie) ist also für das Zusammenhalten der Kernteilchen
verantwortlich. |
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Je größer bei einer Kernentstehung der Massenverlust
(und damit die Energieabgabe) ist, desto fester sind die Kernteilchen
aneinander gebunden. Man nennt diese Energie deshalb auch Bindungsenergie.
Genaue Messungen haben ergeben, dass die Bindungsenergie pro Kernteilchen
bei den Kernen der einzelnen Elemente bzw. deren Isotopen unterschiedlich
ist. Abgesehen von den sehr leichten Atomkernen liegt die Bindungsenergie
je Nukleon zwischen 7 MeV und fast 9 MeV. Die Energie, mit der
die äußeren Elektronen der Atomhülle gebunden sind,
liegt dagegen nur bei 2 bis 3 eV.
Die mittlere Bindungsenergie je Nukleon hat bei Kernen mit
den Massenzahlen 40 bis 100 (z. B. Fe-57, Kr-87) ihren höchsten
Wert und nimmt zu den leichteren und den schwereren Kernen hin ab.
Für die Nutzung der Kernbindungsenergie stehen also grundsätzlich
zwei Möglichkeiten zur Verfügung: |
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- Es werden sehr leichte Kerne (z. B. Deuterium und Tritium) miteinander
verschmolzen. Daraus entstehen dann schwerere Kerne, deren
Kernteilchen stärker aneinander gebunden sind. Das ist nur
durch einen weiteren Massenverlust bzw. eine Energieabgabe zu
erreichen. Nach diesem Prinzip arbeiten die Energiefreisetzung
im Innern der Sonne, der Fusionsreaktor und die Wasserstoffbombe.
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- Schwere Kerne werden in mittelschwere gespalten. Da die
Bindungsenergie je Nukleon bei mittelschweren Kernen größer
ist als bei schweren Kernen, tritt auch dabei Massenverlust bzw.
Energiefreisetzung auf. Auf diesem Prinzip beruht die Energiegewinnung
in Kernkraftwerken und bei Atombomben.
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| Dass die Bindung der Nukleonen bei den schweren Kernen lockerer
wird, ist darauf zurückzuführen, dass bei Vergrößerung
der Nukleonenzahl die Kernkräfte insgesamt zwar zunehmen, aber
eben nur zwischen den benachbarten Teilchen wirken. Die abstoßenden
Kräfte zwischen den Protonen nehmen ebenfalls zu, sie wirken
aber zwischen allen Protonen. Dadurch wird der Zusammenhalt zwischen
den Kernteilchen wieder etwas gelockert. Von einer bestimmten Protonenzahl
an sind die Kerne nicht mehr stabil, sondern instabil (radioaktiv). |
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