Energieumwandlungen in Kohlekraftwerken und Kernkraftwerken


 
Bei großen technischen Anlagen finden meist mehrere Energieumwandlungen statt, sodass sich eine Umwandlungsreihe bzw. Umwandlungskette ergibt. Zwischen Primär- und Endenergie treten dann weitere Energieformen auf. Bei einem Kohlekraftwerk sind es vier Energieumwandlungsstufen:


  • Im Brenner wird die zu Staub zermahlene Kohle verbrannt und dabei die chemische Energie der Kohle in Wärmeenergie umgewandelt.
  • Im Kessel führt die Wärme zum Verdampfen des unter hohem Druck stehenden Wassers. Da der Dampf unter hohem Druck gehalten wird, ist die Energie eine Mischung aus potenzieller und Wärmeenergie, diese Energieform wird in der Fachsprache Enthalpie genannt.
  • Wenn der hochgespannte Dampf durch die Leit- und Turbinenschaufeln der Wärmekraftmaschine strömt, wird diese Energie als Bewegungsenergie an die Turbinenwelle abgegeben.
  • Die letzte Energieumwandlung findet im Generator statt, der an die Dampfturbine gekoppelt ist. Bewegungsenergie wird in elektrische Energie umgewandelt.

Bei fast jeder Umwandlungsstufe wird Wärmeenergie ungenutzt an die Umgebung abgegeben. Diese Verluste führen dazu, dass der Gesamtwirkungsgrad von konventionellen Kohlekraftwerken heute bei etwa 0,42 liegt.

Bei allen thermodynamischen Kreisprozessen gelingt es nicht, einen Wirkungsgrad nahe eins zu erzielen, denn die Umwandlung von Wärmeenergie in andere Energieformen ist immer im hohen Maß verlustbehaftet. Der Wirkungsgrad hängt allein von der Temperatur des Mediums und der Umgebungstemperatur ab (zweiter Hauptsatz der Thermodynamik).

In Kernkraftwerken finden ebenfalls vier Energieumwandlungen statt. Dabei ist lediglich die erste Energieumwandlung anders als in Kohlekraftwerken:


  • In den Brennelementen werden die Kerne bestimmter Uranatome gespalten, wodurch sich die Brennelemente erhitzen. Es findet also eine Umwandlung von Kernenergie in Wärmeenergie statt.

  • Alle anderen Energieumwandlungsstufen stimmen mit denen der Kohlekraftwerke überein. Der Gesamtwirkungsgrad eines Kernkraftwerkes beträgt ca. 0,34.