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| Uran und Moderator lassen sich entweder miteinander mischen (homogener
Reaktor) oder räumlich getrennt voneinander anordnen (heterogener
Reaktor). |
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Bei einer homogenen Mischung beider Stoffe gibt es ein optimales
Verhältnis, bei dem der Moderator seine maximale Wirkung hat.
Der Multiplikationsfaktor (Neutronenvermehrungsfaktor) k ist dann
am größten. Bei einem homogenen Reaktor, der mit Natururan
(0,7 % U-235) betrieben wird, ist also eine Kettenreaktion nur bei
Verwendung von schwerem Wasser möglich. Nur dann kann der Multiplikationsfaktor
k > 1 sein. |
| Das ist der Grund, weshalb heute in Uranerzlagerstätten mithilfe
von Regenwasser grundsätzlich keine Kettenreaktion entstehen
kann. Das wäre erst bei einem höheren Anteil an U-235 möglich. |
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Die bei Kernspaltungen entstehenden Neutronen werden in einem geringeren
Maße von Kernen des U-238 eingefangen, wenn Uran und Moderator
getrennt angeordnet sind, der Moderator also das Uran umgibt (heterogener
Reaktor). Dann gelingt es auch, mit Natururan und Graphit als
Moderator einen Neutronenvermehrungsfaktor k > 1 zu erreichen.
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Der erste Reaktor, der von Enrico Fermi 1942 in Chicago
(USA) gebaut wurde, hatte diesen Aufbau. Dazu wurden etwa 30 t Natururan
benötigt. Bei Verwendung von schwerem Wasser hätten bereits
3 t Natururan ausgereicht. Bei einem mit U-235 stark angereicherten
Uran genügen sogar einige Kilogramm.
Die Neutronenbilanz lässt sich durch Verwendung eines Neutronenreflektors
(z. B. Graphit, Beryllium, schweres Wasser) verbessern. Dadurch wird
ein Teil der aus der Oberfläche der Brennstäbe austretenden
Neutronen in das Uran zurückgeworfen. In reinem U-235 wäre
die Neutronenproduktion so stark, dass die Kettenreaktion nur schwer
gesteuert werden könnte.
Für die Ausrüstung eines Reaktors mit U-235 gelten grundsätzlich
folgende Überlegungen:
Bei einem Kernreaktor setzt die Kettenreaktion nur ein, wenn eine
Mindestmenge an U-235 (oder Pu-239) vorhanden ist. Da aber
während des Reaktorbetriebes der Anteil an U-235 ständig
geringer wird und der immer größer werdende Anteil an Spaltprodukten
immer mehr Neutronen absorbiert, muss der Reaktor mit einem Überschuss
an spaltbarem U-235 betrieben werden. Dieser Überschuss darf
jedoch nicht zu groß sein, weil sonst die Reaktorsteuerung sehr
schwierig wird.
Bei der erstmaligen Beladung des Reaktors wird eine spezielle Erstausstattung
von Brennelementen gefertigt, die unterschiedliche Anreicherungsanteile
von Uran-235 haben. Brennelemente mit einer kleinen Anreichung sind
deshalb bereits nach einem Jahr aufgebraucht. Deshalb werden im jährlichen
Turnus ein Drittel bzw. ein Viertel der Brennelemente durch neue ersetzt.
Nach drei bzw. vier Jahren sind die zusätzlichen Reserven an
U-235 aufgebraucht. Das U-235 ist dann zwar noch nicht vollständig
gespalten, im Reaktor kann aber keine Kettenreaktion mehr herbeigeführt
werden. Der Reaktor wird deshalb abgeschaltet und nach einer Abkühlzeit
geöffnet. Es können dann neue Brennelemente eingesetzt bzw.
die bereits benutzten in andere Positionen gesetzt werden. |
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