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Unterdruckzonen
Bei der großen Anzahl von Brennstäben treten vereinzelt
Undichtigkeiten auf. Man geht davon aus, dass jeder 100 000ste Brennstab
feinste Haarrisse oder Poren aufweist, durch die vor allem gasförmige
und leichtflüchtige Radionuklide in das umgebende Wasser gelangen.
Das Kühlmittel und die in ihm vorhandenen Stoffe werden durch
die Neutronenstrahlung z. T. aktiviert und dadurch radioaktiv. Auf
diese Weise entstehen z. B. Fe-59 und Co-60. Durch kleinste Undichtigkeiten
an verschiedenen Stellen des Kühlmittelkreises (z. B. bei Dichtungen
von Pumpen, Ventilen oder von Durchführungen von Wellen) treten
geringe Mengen radioaktiver Stoffe aus und befinden sich dann im Reaktorgebäude. |
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Damit die Spalt- und Aktivierungsprodukte das Reaktorgebäude
auf keinen Fall unkontrolliert verlassen, werden verschiedene Unterdruckzonen
eingerichtet. Da Luft immer von der Stelle mit höherem Druck
zur Stelle mit niedrigerem Druck strömt, kann erreicht werden,
dass bei normalem Betrieb Luft immer nur von weniger aktiven zu stärker
aktiven Räumen strömt (also von außen nach innen). |
Der Luftdruck im Reaktorgebäude ist etwa 1 hPa (1 mbar) geringer
als außerhalb des Gebäudes. In dem vorhandenen Ringspalt
zwischen Sicherheitsbehälter und Dichthaut herrscht ein um 10
hPa (10 mbar) geringerer Druck. Im Sicherheitsbehälter selbst
schwankt der Druck in Abhängigkeit von verschiedenen Betriebsbedingungen.
Radioaktive Stoffe, die sich im Reaktorgebäude befinden, gelangen
mit der Luft in die Unterdruckzonen bzw. die Absaugvorrichtungen.
Dort können sie kontrolliert weiterbehandelt werden. Bei Störungen
in der Reaktoranlage ist es möglich, die Luft aus den Unterdruckzonen
in den Sicherheitsbehälter zurückzupumpen.
Personenschleuse
Für das Begehen des Sicherheitsbehälters und das Ein-
und Ausbringen von Betriebsmaterial sind besondere Personen- und
Materialschleusen vorgesehen. Die Schleusen garantieren, dass
beim Betrieb des Reaktors keine direkten Verbindungen zwischen dem
Innenraum des Sicherheitsbehälters und den äußeren
Räumen der Anlage bestehen. Die Tore der Schleusen sind dicht
abschließend und halten den bei einer möglichen Störung
auftretenden maximalen Druckbelastungen stand. |
Die Schleusen stellen darüber hinaus sicher, dass die Unterdruckzonen
auch beim Begehen des Sicherheitsbehälters aufrechterhalten bleiben.
Beim Betrieb der Schleuse findet zunächst ein Druckausgleich
zwischen dem Innern der Schleuse und der Umgebung statt, von der aus
eine Person die Schleuse betreten will. Dann wird eine der Türen
geöffnet. Erst nachdem diese Tür wieder geschlossen ist,
kann die innere Tür wieder geöffnet werden. |
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Wellendichtung und Sperrmedium
Bei einem Siedewasserreaktor wird der im Reaktor erzeugte Dampf,
der immer auch Radionuklide enthält, direkt der Turbine zugeführt.
Die aus dem Turbinengehäuse heraustretende Welle muss deshalb
an der Durchführungsstelle besonders abgedichtet sein, damit
der radioaktive Dampf nicht in die Maschinenhalle entweichen kann.
Unabhängig von der jeweiligen Praxis wird hier folgende Konstruktion
beschrieben:
Eine erste Abdichtung wird erreicht, indem der Raum um die Welle in
seiner Längsrichtung in mehrere kleine Kammern unterteilt wird,
in denen sich Spezialdichtungen befinden. Die vollständige Abdichtung
geschieht durch die Zuführung eines Sperrmediums (Dampf oder
eine Flüssigkeit) in die einzelnen Kammern oder durch Absaugen
der Kammern. Beide Verfahren lassen sich auch miteinander kombinieren.
Der Druck des Sperrmediums ist dabei höher als der Druck des
Dampfes in der Turbine. Ein Entweichen des Kühlmittels wird dadurch
verhindert. Auch das Sperrmedium kann nicht austreten, da weiter außerhalb
eine weitere Kammer liegt, die fortlaufend abgesaugt wird (Unterdruck).
Unterdruckzonen treten auch bei einem Kondensator auf, in dem über
einen Wärmetauscher Energie an die Umgebung abgegeben wird. Das
Kühlwasser, das beispielsweise einem Fluss entnommen wird, steht
unter einem Druck > 1 000 hPa (> 1 000 mbar), während im
Kondensator ein Unterdruck von nur 40 hPa (40 mbar) herrscht. Bei
einem angenommenen Riss im Wärmetauscher kann zwar Flusswasser
in den Kondensator, aber niemals radioaktiver Dampf in das Flusswasser
gelangen. |
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