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In einem Kernkraftwerk sind eine Reihe größerer
Störfälle und Defekte denkbar, deren Auswirkungen sicher
beherrscht werden müssen. Das Kraftwerk muss sicherheitstechnisch
dafür ausgelegt sein. Bei solchen Störfällen spricht
man von Auslegungsstörfällen.
Als ein schwerwiegender Störfall bei einem Leichtwasserreaktor
gilt der Bruch einer Hauptkühlmittelleitung innerhalb
des Sicherheitsbehälters. Wasser und Dampf treten dann aus der
Bruchstelle aus. Der Druckabfall wird vom Reaktorschutzsystem erkannt
und führt dazu, dass die Steuer- und Abschaltstäbe automatisch
in den Reaktor "geschossen" werden, sodass die Kettenreaktion
zum Erliegen kommt. Durch redundante Schnellschlussventile werden
die aus dem Sicherheitsbehälter herausführenden Dampfleitungen
abgesperrt. Für diesen Zweck sind mehrere Ventile in Reihe angeordnet,
damit beim Versagen von einem oder zwei Ventilen das dritte Absperrventil
die jeweilige Leitung sicher schließt. Die Auswirkungen des
Störfalls bleiben so auf den Sicherheitsbehälter beschränkt.
Gleichzeitig ist der Reaktor nun aber von dem Kühlkreis über
Turbine und Kondensator abgetrennt.
Bei Druckwasserreaktoren wird ein Volldrucksicherheitsbehälter
verwendet. Er hält dem Druck stand, der beim völligen Ausdampfen
des Kühlmittels entsteht. Bei Siedewasserreaktoren verwendet
man dagegen einen Sicherheitsbehälter mit Druckabbausystem.
Austretender Dampf wird über Rohrleitungen in Wasserbecken geleitet,
wo er kondensiert. Im Sicherheitsbehälter steigt der Dampfdruck
deshalb nur geringfügig an. Der Behälter kann für einen
niedrigeren Druck ausgelegt sein, als er sich beim völligen Ausdampfen
des Kühlmittels ergeben würde.
In einem Siedewasserreaktor ist die Kondensationskammer ringförmig
um das Reaktordruckgefäß angelegt. Sie ist teilweise mit
Wasser gefüllt, in das eine Vielzahl von Rohren hineinragt. Die
entscheidende sicherheitstechnische Maßnahme besteht nun darin,
die Nachzerfallswärme abzuführen, damit sich die Brennstäbe
nicht überhitzen und dadurch möglicherweise zerstört
werden.
Das Reaktorsicherheitssystem sieht dafür Notkühlsysteme
vor. Sie springen automatisch ein, sollte die normale Reaktorkühlung
einmal ausfallen. Ein Notkühlsystem besteht im Prinzip aus drei
Komponenten: |
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- Es sind ausreichende Wasservorräte sowohl innerhalb als
auch außerhalb des Sicherheitsbehälters vorhanden.
Mithilfe von Rohrleitungen, Pumpen und Ventilen wird das Wasser
in den Reaktordruckbehälter gepumpt.
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- Wasser, das aus der Bruchstelle austritt und in den so genannten
Sumpf des Sicherheitsbehälters gelangt, wird in das Reaktordruckgefäß
oder eines der Wasserreservoirs zurückgepumpt. Dadurch entstehen
Notkühlkreisläufe.
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- Die Nachzerfallswärme, die das Wasser aufnimmt, kann über
einen Wärmetauscher an die Umgebung abgeführt werden.
Dadurch ist eine langfristige Kühlung des Reaktors möglich.
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| Die Notkühlsysteme sind mindestens vierfach vorhanden. Jedes
einzelne System besitzt mehrere parallel angeordnete Pumpen bzw. Ventile.
Auch die Stromversorgung ist mehrfach sichergestellt. Ein Leitungsstrang
mit nur einer Pumpe reicht aus, um die sichere Abfuhr der Nachzerfallswärme
zu gewährleisten. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle Notkühlsysteme
mit redundant angeordneten Pumpen gleichzeitig ausfallen, ist theoretisch
extrem gering, praktisch nahezu null. |
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