Aktivitätsbestimmung


 
Die spezifische Aktivität eines Stoffes (z. B. von Nahrungsmitteln) kann mithilfe eines Zählrohres bestimmt werden. Dazu muss ein besonderes Messverfahren angewandt werden. Zunächst wird die Messtemperatur kalibriert. Dazu beschafft man sich eine Eichlösung, deren spezifische Aktivität genau bekannt ist (z. B. Lösung mit Cs-134, Asp. 540 Bq/g). Von dieser Lösung entnimmt man z. B. genau 1 g, das man mit Wasser auf 1 l (1 kg) auffüllt. Das Wasser hat jetzt eine spezifische Aktivität von 540 Bq/kg (natürliche Aktivität nicht mitgerechnet). Anschließend wird ein dünnwandiges Zählrohr in die Flüssigkeit getaucht und die Impulsrate ermittelt. Es wird angenommen, dass sie z. B. 781 200/h = 217/s beträgt. Da im gesamten Wasser aber 540 Kernumwandlungen pro Sekunde stattfinden, ist demnach nur ein Teil der Strahlung vom Zählrohr registriert worden. Die Impulsrate muss also jeweils mit dem Korrekturfaktor k = 540/217 = 2,488 multipliziert werden, um die tatsächliche Aktivität der Flüssigkeit zu erhalten.
In einem zweiten Schritt wird der Probenbehälter entleert, gesäubert und z. B. mit 1 l (1 kg) Milch gefüllt. Man taucht das Zählrohr erneut ein und bestimmt die Impulsrate. Sie soll hier z. B.: 390 600/h = 108,5/s betragen. Da der Korrekturfaktor 2,488 beträgt, finden in der Milch 108,5/s . 2,488 = 270/s statt. Es ergibt sich also eine spezifische Aktivität von Asp. = 270 Bq/kg. Diese Angabe sagt jedoch nichts darüber aus, welche Radionuklide in der Milch vorliegen.


Durch die Glaswand des Zählrohres gelangen nur die Gammaquanten und die energiereichen Betateilchen. Bei reinen Alphastrahlern oder reinen Betastrahlern muss ein anderes Messverfahren gewählt werden.