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| Der Reaktorunfall von Tschernobyl am 26. April 1986 wurde durch
Fehlbedienungen der Reaktorregelung ausgelöst. |
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Dabei kam es zu einem so großen Temperaturanstieg
in den Brennelementen, dass diese schmolzen. Der dadurch entstehende
sehr hohe Wasserdampfdruck ließ die Druckrohre, in denen sich
auch die Brennelemente befanden, platzen. Der Moderator Graphit geriet
in Brand. Aus dem zerstörten Reaktor gelangten Radionuklide ins
Freie. Dafür ist von der ehemaligen Sowjetunion eine Aktivität
von 1019 Bq angegeben worden. Ein Großteil der Radionuklide
hat zu einer hohen Kontamination der Umwelt in einer 30-km-Zone um
den Reaktor geführt. |
| Durch die Brände, die nach dem Zerbersten auftraten, wurden
radioaktive Stoffe in Höhen von 1 bis 2 km transportiert (Schornsteinwirkung)
und z. T. über weite Gebiete verteilt. Die Windrichtung am 26.
April führte die radioaktive Wolke zunächst nach Finnland.
Durch Änderung der Windrichtung am 27. April wurden auch Süddeutschland
und Nordpolen betroffen. Die höchsten Aktivitäten außerhalb
der UdSSR traten in Süddeutschland, Österreich, Polen, Tschechoslowakei,
Ungarn, Oberitalien und Nordjugoslawien auf. Innerhalb der einzelnen
Gebiete gab es jedoch große Unterschiede, die im Allgemeinen
von der Niederschlagstätigkeit abhingen. |
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In der Bundesrepublik wurden eine Reihe von Radionukliden
nachgewiesen. Dabei war am Anfang im Wesentlichen die J-131-Aktivität,
anschließend die Cs-137-Aktivität von Bedeutung. Sie wird
wegen der relativ langen Halbwertszeit des Radionuklids auch in Zukunft
bestimmte Nahrungsmittel belasten.
Die Kontamination des Bodens durch J-131 und Cs-177 war in der ersten
Maiwoche in ausgewählten Standorten der Bundesrepublik recht
unterschiedlich.
Seit 1986 ist die Aktivität in den meisten Nahrungsmitteln auf
sehr kleine Werte abgeklungen. Lediglich bei Reh- und Hirschfleisch
sowie einigen Pilzarten sind durch Anreicherung höhere Konzentrationen
entstanden.
Aufgrund der abgelagerten Aktivitäten ist es zu einer zusätzlichen
Strahlenbelastung gekommen, die auch in Zukunft noch wirksam sein
wird. Sie betrug 1986 je nach Wohnort zwischen 0,05 mSv und 1,1 mSv
bei Erwachsenen und zwischen 0,1 mSv und 1,5 mSv bei Kleinkindern.
Während der gesamten Lebenszeit werden Erwachsene eine zusätzliche
Dosis zwischen 0,5 mSv im Norden und 6 mSv in Südbayern erhalten.
Bei Kleinkindern in Bayern kann der Maximalwert eventuell bis zu 10
mSv betragen. |
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