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Eine regelmäßig wiederkehrende
Arbeit im Kontrollbereich eines Kernkraftwerkes ist z. B. der Austausch
von Brennelementen. Dazu wird der Reaktor durch Einfahren der Regelstäbe
abgeschaltet und anschließend das Reaktordruckgefäß geöffnet.
Zum Schutz vor Direktstrahlung aus dem Reaktor und zur Kühlung flutet
man den Raum oberhalb des Reaktordruckgefäßes, sodass die abgebrannten
Brennelemente unter Wasser entnommen und in ein seitlich angeordnetes und
mit Wasser befülltes Lagerbecken transportiert werden können.
Den Transport der Brennelemente übernimmt eine Brennelementwechselmaschine,
die von einem Facharbeiter bedient wird. Er gehört zu den beruflich
strahlenexponierten Personen, die im Kontrollbereich tätig sind.
Die Schutzmaßnahmen, die bei der Tätigkeit eines Mitarbeiters
im Kontrollbereich angewandt werden, lassen sich in zwei Gruppen einteilen:
- Maßnahmen zum Schutz des Mitarbeiters
- Maßnahmen, um ein Verschleppen radioaktiver Stoffe nach draußen
zu verhindern
Jede Schutzmaßnahme wird mehrfach realisiert, um ihre Wirksamkeit
zu erhöhen.
Strahlenschutzmaßnahmen in vereinfachter Form vom Weg in den Kontrollbereich
bis zur Brennelementwechselmaschine:
| 1. |
Eine ärztliche Untersuchung
stellt grundsätzlich fest, ob ein Mitarbeiter für
den Einsatz im Kontrollbereich geeignet ist. Die Untersuchungen
werden jährlich wiederholt. |
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| 2. |
Die zukünftig im Kontrollbereich Tätigen
werden jährlich einmal in die Grundzüge der Betriebskunde
sowie des Arbeits- und Brandschutzes eingeführt. Die Strahlenschutzbelehrung
wird halbjährlich wiederholt. |
| 3. |
Im Zuge der Arbeitsvorbereitung wird der Arbeitsablauf
geplant, die erforderlichen Strahlenschutzmaßnahmen werden festgelegt
und zum Schluss wird der Arbeitsauftrag erteilt. Nach Freigabe der
Arbeit durch den Schichtleiter kann der Kontrollbereich betreten und
mit der Arbeit begonnen werden. |
| 4. |
In einem Umkleideraum
außerhalb des Kontrollbereichs wird die Kleidung bis auf
die Unterwäsche ausgezogen und ein Kittel sowie ein Paar
Badesandalen angezogen. |
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| 5. |
Vor dem Kontrollbereichseingang erhält
der Mitarbeiter zwei Dosimeter: ein Filmdosimeter zur
monatlichen amtlichen Auswertung und ein Digitaldosimeter
zur werksinternen Dosiskontrolle (geeignet zur Selbstablesung
und mit einer akustischen Dosisleistungswarnschwelle versehen).
Das zuletzt genannte Dosimeter wird vor dem Betreten des Kontrollbereichs
durch einen Rechner auf null gesetzt und dem jeweiligen Mitarbeiter
zugeordnet. |
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| 6. |
Durch eine Tür, die den Kontrollbereich
lüftungstechnisch vom übrigen Bereich des Kraftwerkes
abtrennt, gelangt der Mitarbeiter in einen zweiten Umkleideraum.
Dort werden Kittel und Badesandalen gegen eine komplette Arbeitsmontur
ausgetauscht: Overall, Sicherheitsschuhe, Helm, eventuell Handschuhe
und Atemschutzmaske. Die beiden Dosimeter werden in der Brusttasche
des Overalls positioniert. |
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| 7. |
Ist bei den durchzuführenden Arbeiten im Kontrollbereich
mit einer Freisetzung radioaktiver Stoffe zu rechnen, befindet
sich am Arbeitsplatz eine weitere Garderobe. Dort wird ein
zweiter Overall über den ersten gestreift, Überschuhe
und Stoffhandschuhe werden angezogen und bei Bedarf wird zusätzlich
ein Atemschutzgerät ausgegeben.
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Das Digitaldosimeter wird in einem solchen Fall vor
Arbeitsbeginn erneut vom Rechner ausgelesen, sodass nach Beendigung
der Tätigkeit eine arbeitsplatzbezogene Dosis bestimmt werden
kann. So kann zwischen der Dosis im Kontrollbereich insgesamt und
der Arbeitsplatzdosis unterschieden werden. (Bei Arbeiten an Objekten,
von denen Betastrahlen oder Neutronenstrahlen hoher Intensität
ausgehen, erhält der Mitarbeiter ein spezielles zusätzliches
Dosimeter.) |
| 8. |
Am Arbeitsplatz dürfen nur die
im Auftrag genannten Arbeiten ausgeführt werden. (Bei einer
Tätigkeit an kontaminierten Bauteilen wäre ein weiterer
Wechsel von Überschuhen und ein Anlegen von Gummihandschuhen
erforderlich.) |
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| 9. |
Nach Beendigung der Arbeit gelangt
der Mitarbeiter auf demselben Weg wieder nach draußen.
Es findet der umgekehrte Kleidertausch wie bei 7. statt. Der
Rechner liest das Digitaldosimeter aus und ermittelt, welche
Strahlendosis am Arbeitsplatz erhalten wurde. |
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| 10. |
Ein Ganzkörpermonitor überprüft,
ob die Arbeitskleidung kontaminiert ist. Anschließend
wird die Arbeitskleidung wieder gegen Kittel und Badesandalen
getauscht. |
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| 11. |
Im Kittel und in Badesandalen verlässt der Mitarbeiter
den Kontrollbereich. An einem Endmonitor wird überprüft,
ob eine Kontamination des Körpers vorliegt. Bei einer Kontamination
der Haut muss diese gründlich mit Wasser und flüssiger Seife
gereinigt werden. Der Wert des Digitaldosimeters wird automatisch
vom Rechner gelesen. Damit ist die im Kontrollbereich insgesamt erhaltene
Dosis ermittelt. Das Filmdosimeter trägt der beruflich strahlenexponierte
Mitarbeiter einen Monat lang im Kontrollbereich. Anschließend
wird es von einer amtlichen Stelle ausgewertet. Die Dosimeter bleiben
in der Dosimeterzentrale. |
| 12. |
Im Umkleideraum außerhalb des Kontrollbereichs
werden Kittel und Badesandalen wieder gegen die eigene Kleidung getauscht. |
| Der Mitarbeiter verlässt das Kraftwerksgebäude. |
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