Uranvorkommen


 
Die Erdrinde enthält in 1 t Gestein im Mittel etwa 3 g Uran, das sind 0,0003 Gewichtsprozent. Damit ist das Element Uran etwa 100-mal häufiger in der Erdrinde anzutreffen als Silber oder Gold. Heute werden Erze wirtschaftlich genutzt, die zwischen 0,1 und 15 % Uran enthalten.

Solche Lagerstätten gibt es in Kanada, USA, Brasilien, Süd- und Mittelafrika, Australien, Frankreich, Schweden und der ehemaligen UdSSR. In der Bundesrepublik Deutschland sind nur kleinere Uranvorkommen ohne wirtschaftliche Bedeutung vorhanden (z. B. Schwarzwald, Bayerischer Wald, Fichtelgebirge, Erzgebirge).


Tritt Uran im Verbund mit anderen Metallen auf (z. B. Gold oder Vanadium), lassen sich auch an Uran ärmere Erze wirtschaftlich verwerten. Das geschieht z. B. in Südafrika.
Der gesamte Urangehalt der Erdkruste wird auf knapp 41 · 1012 t geschätzt. Davon liegen etwa drei Viertel auf den Kontinenten, der Rest ist im Meerwasser gelöst. Als zurzeit wirtschaftlich nutzbare Uranvorräte der westlichen Welt werden etwa 6 · 106 t geschätzt. Die Weltjahresproduktion der westlichen Länder liegt bei etwa 3 · 104 t, der Jahresbedarf der Bundesrepublik Deutschland bei 3,6 . 103 t.

Ausgehend vom heutigen Bedarf würde also für die nächsten Jahrzehnte genügend Spaltstoff zur Verfügung stehen. Wenn aber eines Tages auch die an Uran ärmeren Erze genutzt werden und zusätzlich verstärkt Pu-239 aus U-238 erbrütet wird, ist der Zeitraum, in dem genügend Spaltstoff zur Verfügung steht, deutlich größer anzusetzen (Stand: 1992).