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| Da die Lagerung der abgebrannten Brennelemente in den
Wasserbecken der Kernkraftwerke zeitlich befristet ist und die Brennstäbe
ohnehin abtransportiert werden müssen, stellte sich die Frage
nach Behältern, in denen sie nicht nur transportiert, sondern
auch zwischengelagert werden können. |
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Aus diesem Grund wurde im Jahr 1977 die Gesellschaft für Nuklear-Service
mbH, kurz GNS, gegründet. Seit 1989 ist die GNS für
die Entsorgung aller Kernkraftwerke in Deutschland zuständig.
Neben der Konditionierung radioaktiver Abfälle in Kernkraftwerken
mithilfe mobiler Anlagen, der Hochdruckverpressung fester radioaktiver
Abfälle und der Volumenreduzierung flüssiger radioaktiver
Abfälle war die Entwicklung von Zwischenlager- und Transportbehältern
für abgebrannte Brennstäbe eine der wichtigsten Aufgabenstellungen.
Die dafür speziell entwickelten Behälter aus der CASTOR-Familie
sind das Rückgrat der Sicherheitskette. Die Behälter müssen
drei wesentliche Schutzziele erfüllen: |
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- Die Strahlung der Brennelemente muss derart abgeschirmt werden,
dass für die Umgebung keine Gefährdung besteht.
- Die in den Brennstäben entstehende Wärme muss abgeführt
werden.
- Selbst nach den größten Unfällen müssen
die radioaktiven Stoffe sicher eingeschlossen bleiben.
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| Für die Herstellung der Behälter wird Sphäroguss,
ein spezielles Gusseisen mit kugelförmig ausgebildetem Graphit,
verwendet. Dieser Spezialwerkstoff wird den besonderen Anforderungen
an die Transport- und Lagerbedingungen in optimaler Weise gerecht.
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| Bis zu 4 000 Tonnen Sphäroguss werden derzeit jährlich
zu Behältern verarbeitet. Über ein Drittel der Materialmenge
wird durch die Wiederverarbeitung von kontaminiertem Schrott gewonnen. |
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Die CASTOR-Behälter sind mit zwei Deckeln verschlossen. Dieses
Doppeldeckelsystem garantiert die technische Dichtheit, die
ununterbrochen überwacht wird. Nach der Ankunft im Zwischenlager
wird im Sperrraum zwischen den Deckeln ein Überdruck erzeugt.
Ein an das Behälterüberwachungssystem angeschlossenes Druckmessgerät
überwacht diesen Zwischenraum kontinuierlich. Als zusätzlicher
Schutz für das Deckelsystem wird eine Schutzplatte aufgesetzt. |
Sollte ein Deckel undicht werden, wird dies sofort erkannt, da
in diesem Fall der Druck zwischen den beiden Deckeln abfällt.
Reparaturmaßnahmen werden dann eingeleitet. Währenddessen
gewährleistet der zweite Deckel den sicheren Einschluss der Brennelemente.
Spezial-Einsatzkörbe im Behälter führen die
Wärme der Brennstäbe ab. Damit wird erreicht, dass die Brennelemente
auch bei einer langfristigen Zwischenlagerung nicht beschädigt
werden.
Zudem müssen die Transportbehälter folgenden Prüfungen
standhalten: |
- freier Fall des Behälters aus 9 m Höhe auf ein Betonfundament,
das mit einer Stahlplatte armiert ist
- freier Fall aus 1,2 m Höhe auf einen Stahldorn von 15 cm
Höhe
- im Anschluss an die Fallversuche ein 30 Minuten langer Feuertest
bei mindestens 800 °C
- achtstündiges Eintauchen des Behälters in Wasser bei
einer Wassertiefe entsprechend 200 m
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In den USA, Großbritannien und der Bundesrepublik Deutschland
sind darüber hinaus noch weiter gehende Belastungstests durchgeführt
worden:
- Fall aus 600 m Höhe auf Wüstenboden
- Fallversuch an einem Behälter mit künstlichem Fehler
(ein 80 mm tiefer und 480 mm langer, mit Laserstrahl erzeugter
Schnitt) in der Höchstbelastungszone
- Zusammenprall eines Brennelementtransportes mit einer Lokomotive
(Relativgeschwindigkeit 130 km/h)
- Brandversuche bei Temperaturen bis zu 1 200 °C über
längere Zeit
Je nach Einsatzgebiet sind verschiedene Typen von Transport- und Lagerbehältern
entwickelt worden. |
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