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| Seit Erforschung und Nutzung der Kernenergie, in Deutschland
seit 1955, war man sich einig, dass die kommerzielle Nutzung der Kernkraft
in einem geschlossenen Brennstoffkreislauf erfolgen soll. Die Wiederaufarbeitung
war deshalb ein zentrales Element, damit der Brennstoffkreislauf
verwirklicht werden konnte. Aus rein politischen Gründen wurde
die Wiederaufarbeitung in Deutschland aufgegeben. |
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Die Aufgabe der Wiederaufarbeitung ist erstens die Rückgewinnung
von noch nicht verbrauchten Spalt- und Brutstoffen und zweitens
die Abspaltung von radioaktiven Spaltprodukten (Recycling noch
nutzbarer Stoffe).
Ein weiteres Motiv, das vor allem aus sicherheitstechnischen Aspekten
heraus gewählt wurde, ist die Verfestigung der abgetrennten
Spaltprodukte und die anschließende Endlagerung.
Dadurch ist ein wesentlich geringeres Gefährdungspotenzial vorhanden
als bei der direkten Endlagerung.
Eine Sonderstellung nimmt hierbei das bei der Kernspaltung durch Neutroneneinfang
entstandene Plutonium ein. Es ist einerseits in der Isotopenform Pu-239
und Pu-241 ein Spaltstoff, der im Reaktor wieder verwendet werden
kann, andererseits aber ein Alphastrahler mit sehr langer Halbwertszeit.
Weiterhin kann Plutonium unter bestimmten, technisch schwierigen Voraussetzungen
als Kernsprengstoff missbraucht werden. |
Dies führt zu konträren Meinungen:
- Keine Wiederaufbereitung, damit man nicht an das gereinigte
Plutonium kommen kann.
- Wiederaufarbeitung, um einerseits eine unnötige Inanspruchnahme
der Uranreserven zu vermeiden und andererseits die Erhöhung
des Langzeitrisikos durch große Halbwertszeiten zu vermindern.
Nach der im Frühjahr 1989 von den deutschen Elektrizitätsversorgungsunternehmen
gefällten Entscheidung, auf eine nationale Wiederaufarbeitung
- wie sie für Wackersdorf geplant war - zu verzichten,
wird die Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente aus deutschen
Leichtwasserreaktoren in Frankreich und in Großbritannien
durchgeführt. |
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Mit den Betreibern der französischen Anlage in Cap de la Hague
und der britischen Anlage in Sellafield wurden Verträge abgeschlossen,
die die Aufarbeitung deutscher Brennelemente zunächst bis zum
Jahr 2005 sicherstellen. Der dabei entstehende radioaktive Abfall
muss jedoch in konditionierter Form zurückgenommen und hier endgelagert
werden.
Darüber hinaus wurde im Atomgesetz vereinbart, dass die Wiederaufarbeitung
und die direkte Endlagerung gleichwertige Partner sind. |
WiederaufarbeitungNach dem Einsatz der Brennelemente in
einem Reaktor hat sich die Zusammensetzung der Urantabletten geändert.
- Der Spaltstoff U-235 wird durch Kernspaltungen verbraucht. Die
bei den Kernspaltungen entstehenden Spaltprodukte sind radioaktiv.
Dieser Verbrauch an Spaltstoff wird Abbrand genannt (obwohl im
Reaktor keine Verbrennung stattfindet). Der Grad des Abbrandes
wird in erzeugter thermischer Energie pro Masse Brennstoff angegeben.
Bei Leichtwasserreaktoren werden mittlere Abbrandwerte von 40
MWd/kg erreicht (1 MWd = 24.000 kWh).
- Durch Neutroneneinfang entsteht aus U-238 das Plutoniumisotop
Pu-239 (sowie in geringem Umfang weitere Plutonium- und Transplutoniumisotope).
Pu-239 wird durch langsame Neutronen gespalten oder es wandelt
sich zu verschiedenen Aktiniden um.
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| Nach der Entnahme lagert man die Brennelemente in einem Wasserbecken
im Kernkraftwerk. Für die Wiederaufarbeitung ist ein Eingangslager
und damit die Zwischenlagerung notwendig, um die Brennelemente zu
sammeln und damit eine genügend große Charge zu bekommen.
Ferner ist man bestrebt, nur Kernbrennstoffe zu erhalten, die bereits
eine gewisse Zeit lagern (meist mindestens 7 Jahre). |
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Bei der Herstellung der Brennelemente werden zwei wesentliche
Sicherheitsbarrieren aufgebaut:
- Der Brennstoff liegt als Keramik vor (UO2-Pellets).
- Die Brennstäbe umhüllen den Brennstoff gasdicht.
Diese Barrieren müssen bei der Wiederaufarbeitung wieder aufgelöst
werden. Zunächst werden die Brennstäbe aufgesägt, der
Kernbrennstoff wird in heißer Salpetersäure aufgelöst
und durch weitere chemische Verfahren wird eine Trennung in drei Komponenten
vorgenommen: Uran, Plutonium, Spaltprodukte.
- Abgetrenntes Plutonium kann direkt als neuer Spaltstoff eingesetzt
werden (U-Pu-Mischoxidbrennstäbe).
- Das im Uran entstandene U-236 erschwert dagegen einen erneuten
Einsatz des Urans in Leichtwasserreaktoren. In Brutreaktoren ist
es dagegen besser verwendbar.
- Die radioaktiven Spaltprodukte bzw. Aktiniden müssen verpackt
und sicher endgelagert werden, damit sie auf Dauer aus der Biosphäre
ausgeschlossen sind.
- Das Hüllrohrmaterial, das durch Neutronenbestrahlung radioaktiv
geworden ist, wird ebenfalls endgelagert.
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