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Konditionierung stark wärmeentwickelnder radioaktiver
Abfälle
POLLUX-Behälter:
Brennelemente müssen etwa 20 bis 40 Jahre überirdisch zwischengelagert
werden, um so weit abzukühlen, dass sie in einem Endlager aufgenommen
werden können. Um die Brennelemente endlagergerecht verpacken
zu können, werden sie in einer Konditionierungsanlage zunächst
zerlegt. |
| Die Brennstäbe bleiben dabei unversehrt und werden
in eine Brennstabbüchse gefüllt. Die verschweißten
Büchsen werden in den Endlagerbehälter POLLUX gestellt,
der mit drei Deckeln verschlossen wird. Er ist so ausgelegt, dass
das gesamte Gebinde gleichermaßen als Transport-, Zwischenlager-
und Endlagerbehälter einsetzbar ist. Damit ist gewährleistet,
dass von der Konditionierungsanlage, in der die Brennelemente zerlegt
und verpackt werden, über ein Pufferlager und den Transport zur
Endlagerung unter Tage stets der gleiche Behälter verwendet wird. |
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| Beim Betrieb eines Kernkraftwerks mit einer elektrischen Leistung
von 1 000 MWe fallen bei einem durchschnittlichen Abbrand von 33 000
MWd/t jährlich etwa 30 Tonnen Schwermetall an abgebranntem Brennstoff
an. Wenn die Brennelemente aufgearbeitet sind, ergeben sich daraus
an konditioniertem Abfall: |
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ca. |
4 m3 |
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hochaktive Glaskokillen |
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ca. |
20 m3 |
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Wärme entwickelnde mittelaktive Abfälle |
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ca. |
200 m3 |
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nicht wärmeentwickelnde Abfälle |
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Konditionierung nicht wärmeentwickelnder Abfälle
Neben den abgebrannten Brennelementen ergeben sich durch den Betrieb
des Reaktors außerdem Abfälle der Kategorie schwach- und
mittelaktiv. |
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Sie bestehen hauptsächlich aus festen Mischabfällen
wie Schutzkleidung, außerdem aus gebrauchten Filtern, Ionenaustauscherharzen,
Verdampferkonzentraten und Metallteilen. Sie werden eingeteilt nach
der von ihnen ausgehenden Strahlenbelastung, nach der Wärmefreisetzung
und nach dem Aggregatzustand. |
| Die Abfallbehandlung verfolgt im Wesentlichen zwei Ziele:
Volumenreduzierung und Herstellung eines endlagergerechten Abfallproduktes. |
- Verringerung des Volumens der anfallenden Primärabfälle
Brennbare Abfälle werden in Spezialöfen verbrannt, die
mit hochwirksamen Rückhalteeinrichtungen zur Abgasreinigung
versehen sind. Die zurückbleibenden Aschen enthalten die
Hauptmenge der Radioaktivität. Sie werden zur weiteren Volumenreduktion
verpresst.
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Die volumenreduzierende Behandlung flüssiger Abfälle
erfolgt durch Trocknung in mobilen Anlagen. Die Flüssigabfälle
bestehen zum großen Teil aus Salzlösungen, deren Feststoffe
bei der Trocknung auskristallisieren. Das Verfahren wird direkt in
Zwischen- und Endlagerbehältern durchgeführt. Meist wird
ein Behälter aus Sphäroguss vom Typ MOSAIK II verwendet.
Feste, nicht brennbare Abfälle werden in mobilen Hochdruckpressen
kompaktiert. Ihr Volumen kann dadurch auf etwa ein Fünftel des
Ausgangsvolumens reduziert werden. Mit einer zusätzlichen Trocknungsanlage
werden Presslinge, die noch Feuchtigkeit enthalten, getrocknet, um
Gasbildung und Korrosion bei der Zwischenlagerung zu vermeiden.
Für gasförmige Abfälle werden je nach Art des Gases
gesonderte Behandlungsschritte eingesetzt. So wird beispielsweise
das gasförmige radioaktive Jod an speziellen, mit Silber imprägnierten
Filtern fixiert und so in eine feste Form überführt. |
- Herstellung eines endlagergerechten Abfallproduktes
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Nach den Vorbehandlungsschritten werden
schließlich die radioaktiven Abfälle in ein stabiles, endlagergerechtes
Produkt übergeführt. Die Endlagerprodukte sind so beschaffen,
dass die in ihnen befindlichen Aktivitätsträger in einer
geeigneten Matrix fest eingeschlossen sind. |
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Dabei spielen die Bedingungen des Endlagers eine wesentliche
Rolle. Insbesondere ist dabei die Abführung vorhandener Zerfallswärme
zu berücksichtigen.
Je nach Art und Aktivitätsgrad des Abfalls werden verschiedene
Verfestigungsverfahren mit unterschiedlichen Matrices angewandt.
Hochaktive flüssige Abfälle werden zunächst aufkonzentriert
und in Edelstahltanks mit Glas bildenden Stoffen versehen und zu Glasblöcken
verschmolzen. |
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Mittel- und schwachaktive Abfälle
werden nach der Vorbehandlung mit Zement vermischt und dann in 200-
oder 400-Liter-Fässer abgefüllt Die entstandenen Zementprodukte
haben eine ausreichende Auslaugbeständigkeit und genügen
auch den Anforderungen bezüglich Strahlenbeständigkeit und
thermischer Stabilität. |
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