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| Salzstöcke |
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In Deutschland bietet sich, speziell für die Endlagerung Wärme
entwickelnder radioaktiver Abfälle, in erster Linie Steinsalz
an, das in Norddeutschland in Form von mehr als 200 Salzstöcken
vorkommt. Die Entstehung der Salzstöcke in der Norddeutschen
Tiefebene geht auf die Zeit vor 250 Millionen Jahren zurück,
als während einer ausgedehnten Periode warmen Klimas riesige
Mengen von Salzmineralien durch Eindunstung von Meerwasser abgeschieden
wurden. Dabei entstand eine Gesteinsformation mit einer charakteristischen
Schichtenfolge.
Im weiteren Verlauf der Erdgeschichte wurden diese Formationen von
Ablagerungen der Trias, des Juras, der Kreide und weiter in der Erdneuzeit
von Schichten des Tertiärs und Quartärs überlagert.
Unter der Last dieser Schichten begannen sich die Salzmassen plastisch
zu verformen und örtlich aufzusteigen, zuerst in Form flacher
Kissen, dann als Salzstöcke und gelegentlich sogar in ausgedehnten
Salzmauern.
Eine Salzstruktur, die für die Errichtung eines Endlagers für
radioaktive Abfälle infrage kommt, sollte weitgehend frei von
Bohrungen und sonstigen bergmännischen Eingriffen sein. Sie sollte
möglichst große Partien reinen Steinsalzes enthalten, die
nicht zu tief unter der Geländeoberfläche liegen, aber auch
nicht zu hoch in oberflächennahe Grundwasserhorizonte reichen.
In Norddeutschland werden diese Voraussetzungen von mehreren Salzstöcken
erfüllt. |
Salzstock Gorleben
Der Salzstock Gorleben, über den bereits erste Kenntnisse
über Ausdehnung und Tiefe vorlagen, wurde aus mehr als zwanzig
Salzstöcken für eine intensivere Untersuchung ausgewählt.
Er liegt im Gebiet des Landkreises Lüchow-Dannenberg, nahe der
Gemeinde Gorleben, und besitzt eine Länge von ca. 14 km und eine
Breite bis zu 4 km. Er reicht aus einer Tiefe von etwa 3 500 m
bis etwa 260 m unter die Erdoberfläche. |
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Im Rahmen umfangreicher Erkundungsmaßnahmen
wird seine Eignung als Endlager für alle Arten radioaktiver Abfälle
untersucht. Steinsalz hat für die Endlagerung dieser Abfälle
viele Vorteile. Es leitet Wärme besser als andere Gesteine und
verhält sich unter Druck und bei Einwirkung höherer Temperaturen
plastisch, das heißt, es verschließt Hohlräume und
kapselt die Abfälle regelrecht ab. Darüber hinaus ist es
im Vergleich zu anderen Gesteinen sehr undurchlässig und bildet
so eine natürliche Barriere gegen das Freisetzen radioaktiver
Stoffe.
Übertägige Standorterkundungen
Die übertägigen Standorterkundungen des Salzstocks Gorleben
wurden 1979 begonnen und 1985 im Wesentlichen abgeschlossen Von der
Erdoberfläche aus wurden durch Bohrungen verschiedene geologische
Bereiche erkundet: |
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- das Deckgebirge,
- der Übergang zwischen Deckgebirge und Salzstock, also "Gipshut"
und Salzspiegel,
- die Flanken des Salzstocks
- und das Salzstockinnere selbst.
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Das übertägige Erkundungsprogramm beinhaltete im Wesentlichen
folgende Untersuchungen:
Hydrogeologische Untersuchungen |
| Die hydrogeologischen Untersuchungen sollten die Grundwasserverhältnisse
in den Schichten oberhalb des Salzstocks erkunden. Dafür wird
seit 1983 ein Messnetz mit fünf kontinuierlichen und bis zu zwölf
periodischen Messstellen betrieben, mit denen die Abflüsse und
die in ihnen gelösten Mineralien regelmäßig erfasst
werden. |
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| In dem untersuchten Gebiet wird Grundwasser für Trinkwasserversorgung
und als Brauchwasser für die Viehwirtschaft und Feldberegnung
genutzt. Die bisher durchgeführten Untersuchungen ergaben keinerlei
Hinweise dafür, dass die bisherige Nutzung des Wassers durch
den Betrieb des geplanten Endlagers beeinträchtigt werden könnte. |
Geophysikalische Untersuchungen
Zur Ergänzung der Aussagen aus den hydrogeologischen Untersuchungen
wurde ein geophysikalisches Programm mit insgesamt 549 Tiefensondierungen
durchgeführt.
Seismologisches Messprogramm
Ein Stationsnetz überwacht seit 1986 kontinuierlich den gesamten
Standort Gorleben und seine Umgebung auf lokale Erdbebenerscheinungen.
Es konnten bisher keine signifikanten seismischen Ereignisse beobachtet
werden. |
Salzspiegelbohrungen
Mit 44 Bohrungen bis 30 Meter tief in den Salzstock hinein wurde
vor allem der Übergangsbereich zwischen Salzstock und Hutgestein,
der so genannte Salzspiegel, untersucht, um Kenntnisse über die
in der Vergangenheit und möglicherweise auch heute noch ablaufenden
Ablaugungsvorgänge an der Salzstockoberfläche zu bekommen. |
Tiefbohrungen zur Salzstockerkundung
Mit vier Tiefbohrungen bis rund 2 000 Meter tief in die Randzonen
des Salzstocks konnten wichtige Aufschlüsse über die Struktur
und die chemische Zusammensetzung des Salzstocks gewonnen werden. |
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Schachtvorbohrungen
Die Auswertung der Salzspiegelbohrungen und der Tiefenbohrungen
erlaubte die Festlegung von Schachtansatzpunkten, das heißt
von Stellen, an denen für das Abteufen von Schächten günstige
Verhältnisse erwartet werden konnten. Im Laufe des Jahres 1982
wurden zwei Schachtvorbohrungen niedergebracht, um die Eignung der
beiden ausgewählten Schachtansatzpunkte zu bestätigen. |
Untertägige Erkundung
Die untertägige Erkundung des Salzstocks Gorleben begann
1986 mit dem Abteufen der Schächte. Nach Erreichen der geplanten
Endtiefe beider Schächte (Schacht 1: ca. 940 m, Schacht 2: ca.
840 m) beginnen die eigentlichen Erkundungsarbeiten. Von 1995 bis
zum Jahr 2000 sollen in 840 Meter Tiefe bzw. Teufe Strecken zur Erkundung
aufgefahren werden, von denen aus das Salzgebirge untersucht werden
kann. Alle dabei gewonnenen Ergebnisse dienen als Eingangsdaten für
eine standortbezogene Sicherheitsanalyse, mit der die Eignung des
geplanten Endlagers Gorleben für die Einlagerung aller Arten
radioaktiver Abfälle nachgewiesen werden soll. |
Erkundungsbergwerk Gorleben
Das Bergwerk zur Erkundung des Salzstocks Gorleben unterscheidet
sich von einem normalen Bergwerk nur durch seine besondere Zielsetzung,
nämlich genaue Kenntnisse über das Innere des Salzstocks
zu gewinnen. Es besteht aus den Tagesanlagen, den Schächten,
den Grubenräumen sowie den Strecken und Bohrungen. |
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Tagesanlagen
Die Bauwerke und Anlagen über Tage, die für das Abteufen
der Schächte benötigt werden, sind bereits errichtet und
in Betrieb. Wegen des langen Zeitraums der Erkundungsarbeiten wurde
von provisorischen Lösungen abgesehen und feste Gebäude
wurden errichtet. |
Schächte
Die beiden Schächte haben inzwischen durch das Deckgebirge
hindurch die oberen Partien des Salzstocks erreicht. Der im Deckgebirge
notwendige Innenausbau beider Schächte ist fertig gestellt und
die weiteren Arbeiten zum Abteufen bis zur Endtiefe der Schächte
werden fortgesetzt. |
| Schacht Gorleben 1 wird ein so genannter einziehender Wetterschacht,
über den das Erkundungsbergwerk mit Frischluft versorgt wird.
Seine Förderanlage dient der Materialförderung und der Personenseilfahrt. |
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| Der Schacht Gorleben 2 wird ausziehender Wetterschacht, über
den die Abluft abgegeben wird. |
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Grubenräume
Nach Erreichen des Teufenbereichs zwischen 820 und 940 Metern
ist geplant, die zur Durchführung der Erkundungsarbeiten erforderlichen
Betriebsräume des Bergwerks in unmittelbarer Nähe zu den
Schächten zu erstellen. Zwischen beiden Schächten soll eine
Verbindungsstrecke aufgefahren werden, um damit die notwendige Be-
und Entlüftung zu ermöglichen. Zu den Betriebsräumen
gehören neben den Großräumen, in denen die Fördereinrichtungen
der Schächte be- und entladen werden können, noch verschiedene
Werkstätten und Lagerräume. |
Streckenauffahrung und Bohrprogramm
In der Längsrichtung des Salzstocks sollen von den Schächten
aus zwei ungefähr parallele Strecken aufgefahren und durch weitere
Strecken untereinander verbunden werden. |
| Für die flächenhafte Erkundung der an die Strecken angrenzenden
Bereiche werden von diesen aus horizontale, vertikale und schräg
angesetzte Erkundungsbohrungen durchgeführt. |
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| Die bis heute vorliegenden Ergebnisse sprechen für die Eignung
des Standortes Gorleben als Endlager für radioaktive Abfälle.
Weitgehende Aussagen können selbstverständlich erst im Verlauf
der Erkundungsarbeiten gemacht werden. Nach positivem Planfeststellungsbeschluss
und der sich daran anschließenden Umrüstphase zur Erstellung
des eigentlichen Endlagers kann eine Inbetriebnahme als Endlager frühestens
für das Jahr 2015 erwartet werden. |
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