Tokamak JET (Culham, England)


 
Das Tokamak-Experiment JET (Joint European Torus) wird gemeinsam von allen Laboratorien des Europäischen Fusionsprogramms, darunter auch dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, in Culham/Großbritannien betrieben.


Es ist das weltweit größte und am weitesten fortgeschrittene Fusionsexperiment: Der Plasmaring des Experiments hat einen Umfang von 20 Metern, eine Höhe von über 4 Metern und einen Durchmesser von 2,5 Metern. Das Experiment wurde ab 1972 von den Europäern gemeinsam konzipiert, innerhalb des vorgegebenen Kosten- und Zeitrahmens gebaut und seit 1983 auch gemeinsam betrieben. JET hat die Aufgabe, das Verhalten eines Fusionsplasmas nahe der Zündung zu untersuchen. Das Experiment soll Plasmazustände erreichen, die für ein Brennstoffgemisch aus Deuterium und Tritium einige Megawatt an Heizleistung aus den entstehenden Heliumkernen erwarten lassen. Dazu wurde JET von Anfang an technologisch auf den Betrieb mit Tritium und die dann notwendige Fernbedienung der Anlage ausgerichtet.

Heute ist das JET-Plasma nur noch um den Faktor sechs von der Zündbedingung entfernt. Mit Modellplasmen aus normalem Wasserstoff und Deuterium hat JET bereits Plasmawerte erzielt, die - umgerechnet auf den Betrieb mit den eigentlichen Brennstoffen Deuterium und Tritium - die gesamte aufgewendete Heizleistung über Kernverschmelzungen zurückliefern würden. Der gewaltige Fortschritt der Fusionsforschung, der sich hinter diesen Daten verbirgt, wird deutlich im Vergleich zu den Werten des Jahres 1970, als die Überlegungen zum Bau des Experimentes begannen: Damals waren die Resultate der weltbesten Experimente um einen Faktor 25 000 von den Reaktorerfordernissen entfernt.