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Einen ganz anderen Weg als beim EPR geht man - im Auftrag der deutschen
EVU zusammen mit anderen europäischen Ländern - mit dem
Siedewasserreaktor SWR 1000, der durch passiv wirkende Systeme zur
Beherrschung von Störfällen charakterisiert ist. Die Auslösung
und der Wirkmechanismus dieser Sicherheitseinrichtungen erfolgen naturgesetzlich.
Durch Beibehaltung betriebsbewährter Systeme und Komponenten
werden die positiven Erfahrungen aus dem bisherigen Anlagenbetrieb
voll in das neue Konzept übertragen. Dadurch sind Systemvereinfachungen
realisierbar, die auch bei der mittleren Leistungsgröße
von 1000 MW wettbewerbsfähige Stromerzeugungskosten ermöglichen.
Die passiv wirkenden Sicherheitseinrichtungen funktionieren nach den
Prinzipien einfacher Naturgesetze wie Schwerkraft und Wärmeübertragung.
Durch die Kombination mit den bewährten aktiv wirkenden Sicherheitseinrichtungen
ergibt sich eine optimale Kombination aus diversitären Elementen
mit folgenden Vorteilen:
- Vereinfachung der Systemtechnik
- Verminderung der Abhängigkeit von externer Stromversorgung
und
- komplexen Steuerungssystemen
- stark reduzierter Einfluss von Fehlern gemeinsamer Ursache
- geringe Anfälligkeit gegen menschliche Fehler, da die passiven
Elemente
- im Betrieb nicht zugänglich sind
- verringerter Prüf- und Instandhaltungsaufwand
Durch dieses Konzept wird die Eintrittswahrscheinlichkeit für
Störfälle mit Kernschmelzen im Vergleich zu heutigen Anlagen
nochmals deutlich verringert. Durch folgende Maßnahmen wird
das Anlagenverhalten bei Störfällen günstig beeinflusst:
- Durch die Vergrößerung des Wasserinventars im Reaktordruckbehälter
bleibt der Reaktorkern bei einer Druckentlastung ausreichend mit
Wasser bedeckt. Damit verlängert sich die Zeitspanne bis
zum Beginn der Kernaufheizung, wodurch ein erheblicher Gewinn
an Flexibilität bei der notwendigen Nachspeisung erreicht
wird.
- Die Einführung eines Flutbeckens im Sicherheitsbehälter
führt in Verbindung mit dem Wasserinventar der Kondensationskammer
zu einer großen Speicherfähigkeit zur Aufnahme der
System- und Nachzerfallswärme.
- Die Nutzung des Absetzbeckens oberhalb des Sicherheitsbehälters
als Wasservorlage ermöglicht die Wärmeabfuhr aus dem
Sicherheitsbehälter über mehr als drei Tage ohne Nachspeisung.
Durch diese Maßnahmen wird in Verbindung mit dem Einsatz der
passiven Sicherheitseinrichtungen die Nachwärmeabfuhr ohne ein
Eingreifen des Betriebspersonals sichergestellt. Die Auswirkungen
einer Kernschmelze blieben auch bei diesem Reaktorkonzept ausschließlich
auf die Anlage beschränkt. |
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