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Der steigende Weltenergiebedarf, das Anwachsen der Bevölkerung,
die Endlichkeit der fossilen Energieträger und die zunehmende
Umweltbelastung durch den Einsatz von Energie stehen heute im Mittelpunkt
der gesellschaftspolitischen Diskussion.
In den erneuerbaren Energien wird häufig die Lösung
für all unsere Energieprobleme gesehen. Ihre Nutzung schont fossile
Reserven und ist weitgehend CO2- und somit klimaneutral.
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| Insgesamt gelten die Erneuerbaren als besonders umweltfreundlich.
Bei der Vorstellung, welchen Beitrag erneuerbare Energiequellen zur
Deckung des Energiebedarfs heute und in Zukunft werden leisten können,
tut sich aber nicht selten eine Lücke zwischen Erwartungen und
technisch-ökonomischen Realitäten auf. |
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Wie groß ist das weltweite Potenzial der erneuerbaren
Energien?
Unter Energiedargebot versteht man alle in der Natur vorkommenden
und für die wirtschaftliche Nutzung in Betracht kommenden Energieströme.
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Um das Potenzial unterschiedlicher Energieträger miteinander
vergleichen zu können, bedient man sich des Begriffs der Steinkohleeinheit.
Man versteht darunter die Menge an Steinkohle, die den gleichen Energiegehalt
besitzt wie der zu vergleichende Stoff. |
| Das Gesamtdargebot an regenerativen Energien kann man eigentlich
nur schätzen. |
| Weltweit werden derzeit etwa 5 % des Bedarfs an Primärenergie
und 20 % des Bedarfs an elektrischer Energie aus Wasserkraft
gedeckt. Das nutzbare Potenzial an Wasserkraft ist jedoch etwa fünfmal
so groß und entspricht über 3 Milliarden Tonnen Steinkohleeinheiten
pro Jahr. |
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| Die Sonne strahlt mit einer Leistung von 1,4 Kilowatt pro
Quadratmeter auf die Erdatmosphäre. Das solare Strahlungsangebot
entspricht damit mehr als dem 12 000fachen des heutigen Weltenergiebedarfs
und 100 000-mal mehr Energie, als alle Elektrizitätswerke der
Erde derzeit an elektrischer Energie erzeugen. Technisch ist leider
nur ein Bruchteil davon in nutzbare Energie zu verwandeln, da der
Großteil in der Erdatmosphäre absorbiert oder wieder reflektiert
wird. |
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Unter direkter Nutzung der Sonnenenergie versteht man die Photovoltaik,
das Umwandeln von Sonnenenergie in elektrischen Strom mittels Solarzellen,
und die Solarthermie, die Erzeugung von Wärme mittels
Sonnenenergie. |
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Das Potenzial der Erde an Biomasse wird auf rund 150 Gigatonnen
im Jahr geschätzt, das sind etwa 120 Milliarden Tonnen Steinkohleeinheiten,
was etwa dem Zehnfachen des heutigen Weltenergiebedarfs von knapp
12 Milliarden Tonnen Steinkohleeinheiten entspricht. Tatsächlich
energetisch nutzbar sind davon wahrscheinlich 20 bis 30 %. |
| Vom gesamten Windpotenzial der Erde kann nur ein Bruchteil,
vorwiegend in Küstengebieten, wirtschaftlich genutzt werden.
Trotzdem könnte theoretisch rund ein Drittel des Weltenergiebedarfs
durch Windenergie gedeckt werden. |
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Die Erdwärme stellt ein Energiepotenzial
von etwa 35 Milliarden Tonnen Steinkohleeinheiten pro Jahr dar. Davon
tritt aber nur 1 % in geothermischen Feldern mit höheren Temperaturen
an die Erdoberfläche. Damit könnten theoretisch höchstens
3 % des Weltenergiebedarfs gedeckt werden. Durch neuere Technologien,
bei denen heiße Gesteinsschichten als riesige Wärmetauscher
genutzt werden, kann sich dieser Anteil in Zukunft etwas erhöhen. |
| Das Energieangebot der Erneuerbaren ist also mengenmäßig
kaum begrenzt und könnte theoretisch den Weltenergiebedarf bereits
dann decken, wenn nur ein Bruchteil des Angebots technisch und wirtschaftlich
nutzbar wäre. Einige wesentliche Gründe stehen dem aber
derzeit noch entgegen: |
- Nicht für alle Erneuerbaren steht eine ausgereifte Technik
zur Verfügung.
- Die Wirtschaftlichkeit beim Einsatz der zur Verfügung stehenden
Technik ist vielfach noch nicht gegeben. Die Leistungsdichte von
erneuerbaren Energien ist vergleichsweise gering, was bedeutet,
dass ein großer Flächen- und Materialaufwand notwendig
ist.
- Die Natur bietet die Erneuerbaren zum großen Teil nur
unregelmäßig an. Die Sonneneinstrahlung ist durch den
Tag-Nacht-Rhythmus und durch jahreszeitliche Schwankungen geprägt.
Wind wechselt mit Flauten. Nutzbare Wassermengen stehen im Jahresgang
nicht permanent und in gleich bleibendem Umfang zur Verfügung.
Also muss aus heutiger Sicht davon ausgegangen werden, dass eine Energieversorgung
ausschließlich auf Basis der Erneuerbaren auch mittelfristig
nicht realisierbar sein dürfte.
Es ist aber zweifelsohne möglich, die erneuerbaren Energien in
immer stärkerem Maße im Verbund mit fossilen und nuklearen
Energieträgern einzusetzen, um die vorhandenen Reserven und Ressourcen
zu schonen und die Umwelt zu entlasten. |
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