Die Wasserkräfte der Erde


 
Jede Sekunde verdunsten auf der Erde etwa 14 Millionen Kubikmeter Wasser, hauptsächlich auf den Ozeanen. Sie gelangen als Niederschläge wieder auf die Erde und bilden so den Wasserkreislauf der Natur.

Wenn die Niederschläge nicht auf Meereshöhe fallen, entsteht ein mehr oder weniger großes Potenzial an Wasserkraft. So liegt Europa durchschnittlich 300 Meter über dem Meeresspiegel, in Nordamerika sind es 700 und in Asien sogar über 900 Meter. Gepaart mit ergiebigen Niederschlägen und entsprechenden Wassermassen ergeben sich aus diesen Höhenunterschieden zum Meer gewaltige Energiemengen.

Weltweit werden derzeit etwa 5 % des Bedarfs an Primärenergie und 20 % des Bedarfs an elektrischer Energie aus Wasserkraft gedeckt. Das nutzbare Potenzial an Wasserkraft ist jedoch fünfmal so groß, sodass Wasserkraftwerke einen wichtigen Beitrag zur Lösung des Weltenergieproblems leisten können.

Geographisch sind die Wasserkräfte jedoch sehr unterschiedlich verteilt. Rund zwei Drittel des Potenzials an Wasserkraft liegt in Ländern der Dritten Welt. Das größte Wasserkraftwerk mit einer Kapazität von 12 600 Megawatt liegt in Brasilien.

Auch innerhalb Europas, wo die nutzbaren Wasserkräfte zu rund einem Drittel ausgeschöpft sind, bieten die einzelnen Länder ein sehr unterschiedliches Bild: von Norwegen, das 99 % seines Stroms aus Wasserkraft erzeugt, über Island mit 94 %, Österreich mit 72 %, der Schweiz mit 58 %, Frankreich mit 16 %, Deutschland mit 3,5 % bis hin zu den Niederlanden mit annähernd 0 %.