Nutzung der Wasserkraft in Deutschland


 
In Deutschland waren Wasserkraftwerke neben Dampfmaschinenkraftwerken anfangs die wichtigsten Stromlieferanten und geradezu typisch für die Frühzeit der Elektrizitätsversorgung.

Inzwischen können die in Deutschland vorhandenen Wasserkräfte nur noch einen kleinen Teil des immens gestiegenen Strombedarfs decken, obwohl sie bereits zu etwa 70 % genutzt werden und im Durchschnitt 17 Milliarden Kilowattstunden jährlich liefern. Man schätzt, dass eine Steigerung auf etwa 20 Milliarden Kilowattstunden möglich wäre.

Je nach Betriebsweise unterscheidet man verschiedene Arten von Wasserkraftwerken.

Laufwasserkraftwerke nutzen die zur Verfügung stehende Energie der Flüsse kontinuierlich und erzeugen Grundlaststrom.

Bei Speicherkraftwerken wird durch eine Talsperre natürlich zufließendes Wasser in hoch gelegenen Seen gespeichert und bei Bedarf Spitzenlaststrom erzeugt.

Pumpspeicherkraftwerke können zu Zeiten mit Stromüberangebot Wasser in höher gelegene Speicherseen pumpen, um es im Bedarfsfall wieder abzuarbeiten. Insgesamt verfügt die öffentliche Elektrizitätsversorgung in Deutschland über 677 Kraftwerke, die mit einer installierten Leistung von etwa 8 000 Megawatt Strom aus natürlicher Wasserkraft erzeugen.

Der Geographie entsprechend liegen die meisten Laufwasserkraftwerke im Süden Deutschlands, an der Donau mit ihren Nebenflüssen Iller, Lech, Isar und Inn sowie an Rhein, Mosel, Neckar und Main. Alle 585 Laufwasserkraftwerke zusammen verfügen über eine Leistung von etwa 2 600 Megawatt. Die 59 Speicherwasserkraftwerke befinden sich eher in gebirgigen Gegenden. Gemeinsam erbringen sie eine Leistung von 240 Megawatt. Die Gesamtleistung der 33 Pumpspeicherkraftwerke beträgt 5 200 Megawatt. Von diesen 33 Pumpspeicherkraftwerken verfügen nur 15 Kraftwerke über natürliche Zuflüsse, die anderen Kraftwerke haben keinen natürlichen Zufluss.

Bundesweit liegt der Anteil der Wasserkraft an der öffentlichen Stromversorgung bei 3,5 %. Im Norden und Osten Deutschlands gibt es weniger Möglichkeiten, die Wasserkräfte zu nutzen. Der Grund liegt in der Topographie. Flüsse wie Elbe, Oder und Saale haben ein weniger günstiges Gefälle als Rhein, Main oder Donau. Wasserkraftwerke sind in der Errichtung nicht gerade billig, aber robust und wartungsarm, sodass sie auf längere Sicht sehr rentabel arbeiten.