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| In Deutschland gibt es 59 Speicherwasserkraftwerke,
die über eine installierte Leistung von etwa 240 Megawatt verfügen.
Sie nutzen zur Stromerzeugung jene Wasserkraft, die sich aus der aufgestauten
Wassermenge eines Flusses oder mehrerer Zuflüsse in einem Speichersee
und dem Höhenunterschied zwischen dem aufgestauten Wasser und einem
tiefer gelegenen Krafthaus ergibt. |
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Eine Talsperre, entweder eine
Staumauer oder ein Staudamm, schafft einen Stausee,
in dem in Zeiten reichlicher Zuflüsse wie etwa der Schneeschmelze
Wasser für Zeiten geringeren Wasserangebots gespeichert werden kann.
Staumauern werden in der Regel aus Beton hergestellt und benötigen
eine relativ kleine Aufstandsfläche. Im Gegensatz dazu benötigen Staudämme
eine wesentlich größere Aufstandsfläche, können aber nahezu auf jedem
Baugrund errichtet werden. Hierzu wird Sand, Kies und Felsmaterial
aus Steinbrüchen zu einem Damm aufgeschüttet, der noch zusätzlich
abgedichtet werden muss. |
| Neben dem natürlichen Zufluss wird
eine Stausee oft durch ein weitläufiges Beileitungssystem zusätzlich
mit Wasser aus entfernteren Gebieten gefüllt. Je nach der Wassermenge,
die ein Stausee aufnehmen kann, unterscheidet man zwischen Tages-,
Wochen und Jahresspeichern. |
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Über künstlich angelegte Triebwasserwege,
bestehend aus einem zunächst flach verlaufenden Druckstollen
und einem anschließenden steilen Druckschacht, wird dieses
Wasser in einem tiefer gelegenen Krafthaus zur Stromerzeugung
genutzt. Diese Triebwasserwege können sowohl unterirdisch verlegt
sein als auch frei in Rohrleitungen verlaufen. Am Übergang von Stollen
und Schacht befindet sich oft ein Wasserschloss, das ist eine Art
Ausgleichsgefäß, das beim An- und Abstellen der Turbinen einen Druckanstieg
im Triebwasserweg vermindert. |
| Das Krafthaus, in dem Francis-
oder Pelton-Turbinen Generatoren zur Stromerzeugung antreiben,
kann ein frei stehendes Gebäude, eine in den Fels verlegte Kaverne
oder ein künstlich angelegter, ausbetonierter Schacht sein. |
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| Speicherkraftwerke sind in der Regel
nicht für den Dauerbetrieb gedacht, da ihre Speicher sonst bald leer
wären. Ihr Sinn besteht vielmehr darin, das in Wochen, Monaten und
im jahreszeitlichen Wechsel unterschiedlich anfallende Wasser zu speichern
und bei erhöhtem Strombedarf zur Verfügung zu stellen. Da sie sehr
schnell zu- und abgeschaltet werden können, ist der von ihnen erzeugte
Spitzenstrom für die Abdeckung von Lastspitzen besonders wertvoll.
Außerdem dienen Speicherkraftwerke auch der Trinkwasserspeicherung,
Bewässerungszwecken und dem Hochwasserschutz, da sie große Wassermengen
für längere Zeit zurückhalten können. Die größten Speicherwasserkraftwerke
in Deutschland sind in Bayern das Walchensee- und das Roßhauptener
Kraftwerk, in Hessen das Kraftwerk Hemfurth sowie in Nordrhein-Westfalen
die Biggetalsperre und die Kraftwerke Heimbach und Schwammenauel.
Sie erreichen Leistungen von 14 MW wie das Kraftwerk Schwammenauel
bis 72 MW wie das Kraftwerk Walchensee. |
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