Inselbetrieb - Netzbetrieb


 
Wer hat nicht schon einmal auf seinem Solartaschenrechner ausgerechnet, wie viel er in diesem Monat noch ausgeben darf, oder die Zeit von einer solarbetrieben Armbanduhr abgelesen? Es gibt eine Vielzahl weiterer Anwendungen von Solarzellen im Alltag, sie reichen vom Solarspielzeug bis zum solargesteuerten Ventilator auf einer Baseballmütze. Auf die Anwendung der Photovoltaik in der Raumfahrt folgte schrittweise die Nutzung auf der Erde. Das Prinzip der Photovoltaik kommt heute bereits in vielen Bereichen des täglichen Lebens zum Einsatz.

Vom Inselbetrieb spricht man dort, wo keine Anbindung an das Stromnetz vorhanden ist. Gerade hier zeigen sich die Stärken dieser Technik.

Da aber oftmals auch elektrische Energie benötigt wird, wenn gerade keine Sonne scheint, stellt sich die Frage der Speicherung des Stroms. Bei den meisten Insellösungen werden deshalb zusätzlich Batterien verwendet.

Solarzellen liefern nur Gleichspannung. Meist beträgt die Systemspannung bei Kleinanlagen nur 12 bzw. 24 Volt. Will man aber wechselstrombetriebene Haushaltsgeräte wie Kühlschrank, Küchengeräte oder Fernseher betreiben, muss die Spannung der Solarzellen mithilfe von so genannten Wechselrichtern in Wechselspannung von 230 Volt umgewandelt werden.

Einsatzgebiete für Insellösungen sind unter anderem die Stromversorgung von Alm- und Schutzhütten, von Funkrelaisstationen oder Parksäulen. Die Versorgung von Notrufsäulen entlang von Straßen und Autobahnen sowie von Geisterfahrerwarnanlagen bei Autobahnauffahrten mit Solarenergie ist längst schon Alltag.

Vom reinen Netzbetrieb spricht man dann, wenn der von den Solargeneratoren erzeugte Strom in das öffentliche Netz eingespeist wird. Systeme im Megawattbereich sind heute meist Versuchs- und Demonstrationsanlagen.

Vielleicht werden in einigen Jahren Solarkraftwerke in sonnenreichen Gebieten, wie etwa der Sahara, als echte Alternative zur konventionellen Stromerzeugung zum Einsatz kommen.

Der Gedanke, einen Teil des Haushaltsstrombedarfs mit einer Solaranlage am eigenen Dach zu erzeugen, ist faszinierend und heute im Netzparallelbetrieb technisch realisierbar. Anlagen dieser Art benutzen das Netz eines öffentlichen Stromversorgers als Speicher.

Fällt mehr Solarstrom, an als im eigenen Haus gerade benötigt wird, so wird der Überschuss ins Netz eingespeist. Umgekehrt wird in Schlechtwetterperioden und in der Nacht Strom aus dem Netz herangezogen.