Das Kraftwerk auf dem Dach


 
Die ersten Photovoltaikkraftwerke mit Netzkopplung wurden 1982 in den USA gebaut. Die Entwicklung dieser Systeme im Megawattbereich begann durch die Initiative der Großfirmen.

Die meisten Anlagen sind Forschungs- bzw. Demonstrationsprojekte, die zum Teil an sehr sonnenreichen Standorten errichtet wurden. Neben den Großprojekten entwickelte sich die Idee, Photovoltaikanlagen auf vorhandenen Gebäuden zu installieren. Dächer und Fassaden können so doppelt genutzt werden. Da es sich bei der Photovoltaik um eine modulare Technik handelt, sind die spezifischen Errichtungskosten bei großen und kleinen Systemen durchaus vergleichbar (15.000 bis 20.000 DM/kWp).

In jüngster Zeit werden die technischen Möglichkeiten einer "Einspeisung" von Photovoltaikanlagen ins öffentliche Stromnetz intensiv untersucht. Eine Kopplung mit dem öffentlichen Netz setzt voraus, dass der erzeugte Strom in Wechselstrom umgeformt wird und dass die nötigen Sicherheits- und Qualitätsbestimmungen eingehalten werden (Frequenzhaltung, Absicherung gegen Einspeisen in abgeschaltete Netzabschnitte).

Anlagen dieser Art benutzen das Netz des Stromversorgers als "Speicher". Fällt mehr Solarstrom an, als im eigenen Haus gerade benötigt wird, so wird der Überschuss ins Netz eingespeist. Umgekehrt wird in Schlechtwetterperioden und in der Nacht Strom aus dem Netz zur Versorgung des Haushaltes herangezogen.

Bei einem Netzausfall allerdings kann die netzgekoppelte Photovoltaikanlage die Versorgung des Haushaltes nicht übernehmen, weil die Vorgabe von Frequenz und Spannung durch das Netz nicht mehr gegeben ist.