Umweltverträglichkeit


 
Da bei der Verbrennung von Biomasse nur jene Menge an Kohlendioxid freigesetzt wird, die zuvor von der Pflanze gebunden worden war, ist der CO2-Kreislauf im Prinzip neutral. Der CO2-Ausstoß ist beispielsweise beim Biodiesel gegenüber dem Erdöldiesel bis zu 65 % reduziert. Wesentlich ist, wie viel Tonnen an CO2 bei Ersatz einer konventionellen Anlage durch eine biomassebefeuerte Anlage eingespart werden können.

Die Nutzung von Rest- und Abfallstoffen, wie Holz, Biogas, Klärgas, Deponiegas und Müll, wird in Zukunft sicher an Bedeutung gewinnen. Der spezielle Anbau von Energiepflanzen zur Energiegewinnung dürfte mittelfristig keine große Rolle spielen.

Ökobilanz

Die Landwirtschaftsminister in der Europäischen Union gehen davon aus, dass langfristig rund 25 % der landwirtschaftlichen Flächen Europas nicht mehr zur Nahrungsmittelproduktion genutzt werden. Angesichts solcher Aussichten verheißt die Produktion energetisch nutzbarer Biomasse auf solchen Flächen möglicherweise große Chancen. Nicht nur wirtschaftliche Fragen, sondern auch ökologische Gesichtspunkte, die noch nicht abschließend geklärt sind, geben Anlass zur Vorsicht.

In einer umfassenden Ökobilanz wurden weitere Umwelteinflüsse untersucht. Es zeigt sich, dass das Klima durch weitere Treibhausgase, wie z. B. Lachgas (N2O), negativ beeinflusst wird. Lachgas entsteht infolge der Stickstoffdüngung. Alle Effekte in der Summe ergeben lediglich eine 35-prozentige Reduktion der Treibhausgasemissionen.

Der Reduktion von Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffen und Stickoxiden steht der drastisch erhöhte Ausstoß von Krebs erregenden Aldehyden entgegen.

Die Bodenbelastung und die Belastung des Grundwassers erhöhen außerdem die Umweltbelastungen.

Die Nutzung energetisch interessanter Pflanzen, wie Mais, Hirse, Schilfgras und Zuckerrohr, verursacht durch großflächige Monokulturen sowie verstärkten Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden deutliche Umweltbelastungen.

Input-zu-Output-Verhältnis

Das Input-zu-Output-Verhältnis gibt an, wie viel Energie eingesetzt werden muss, um eine bestimmte Energiemenge zu erzeugen. Werte unter 1 verbrauchen mehr Energie bei der Bereitstellung, als sie tatsächlich bereitstellen. Je höher das Input-zu-Output-Verhältnis ist, desto größer ist die Energieeinsparung gegenüber konventionellen fossilen Energieträgern und desto größer sind seine Chancen am Energiemarkt.

Die Verbrennung von Rapsstroh ist gegenüber der Erzeugung flüssiger Energieträger eindeutig begünstigt. Der Anbau spezieller Energiepflanzen wie Miscanthus zeigt keine höhere Energieausbeute als Reststroh. Das höchste Verhältnis ist bei Biogas zu erzielen.