Hot-Dry-Rock-Technik


 
Abhängig von der zukünftigen Entwicklung neuer Technologien, wie beispielsweise der Hot-Dry-Rock-Technik, könnten sich weitere Nutzungsmöglichkeiten ergeben. Auch Länder, die über keine Heißwasservorkommen verfügen, könnten dann geothermische Energie zur Stromerzeugung verwenden.

Nicht nur in den USA und in Japan wird fieberhaft an der Weiterentwicklung dieser neuen Technik gearbeitet. In Europa wurden bereits in den 70er-Jahren in Urach südlich von Stuttgart und seit den 80er-Jahren in Cornwall in England HDR-Versuchsanlagen gebaut.

Das Hot-Dry-Rock-Verfahren, kurz HDR-Verfahren genannt, wird als zukunftsträchtigstes Verfahren zur Gewinnung von Erdwärme angesehen.

Es nutzt die vorhandene natürliche Erdwärme. Über eine Bohrung wird Wasser unter hohem Druck in große Tiefen gepumpt. Dort verteilt es sich in Klüfte, bricht großflächige Verbindungen im Gestein auf und erhitzt sich auf Temperaturen von bis zu 200 °C.

Über eine zweite Bohrung tritt es als heißer Dampf unter hohem Druck wieder aus. Dieser Dampf wird dann entweder zur Stromerzeugung oder als Fernwärme genutzt. Die heißen Gesteinsschichten wirken als riesige Wärmetauscher.

Das HDR-Verfahren ist von Wasser- und Dampfvorkommen unabhängig und lässt sich theoretisch an jedem Ort anwenden. Die erste HDR-Versuchsanlage mit einer Leistung von 5 MW wurde in den 70er-Jahren in Los Alamos in den USA errichtet.