Elektrostatik


 
Der Ursprung der Elektrizitätslehre lag in der Entdeckung elektrostatischer Phänomene. Bereits im antiken Griechenland - lange vor Beginn unserer Zeitrechnung - stellte man fest, dass bei Reibungsvorgängen zwischen Körpern unterschiedlicher Stoffe Anziehungs- und Abstoßungskräfte sowie Funkenüberschläge zu beobachten sind. Bis zur Klärung der physikalischen Hintergründe dauerte es jedoch noch über zweitausend Jahre.

Elektrostatische Experimente mit Spannungen von einigen Tausend Volt wurden bis in die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts zu Forschungszwecken in der Medizin und zur Unterhaltung vornehmer Gesellschaften eingesetzt.

Zu jener Zeit war ganz Europa fasziniert von den Wirkungen des "elektrischen Feuers". Physiker, Künstler und Scharlatane reisten von Ort zu Ort und führten auf den Jahrmärkten Experimente mit statischer Elektrizität vor. Die Hauptattraktion war die Entzündung von Schießpulver durch einen elektrischen Funken oder der so genannte "elektrische Kuss", bei dem eine attraktive Dame, die unsichtbar mit einer Elektrisiermaschine verbunden war, einem noch ahnungslosen Mann ihren Mund zum Kuss anbot.