Elektromagnetische Induktion


 
Den Grundstein für die heutige Stromversorgung legte der englische Wissenschaftler Michael Faraday (1791-1867), einer der bedeutendsten Experimentalphysiker. Zu seiner Zeit waren die Physik und die Chemie noch keine getrennten Forschungsgebiete. Als absoluter Autodidakt suchte sich Faraday sein Betätigungsfeld immer dort, wo er auf ungelöste Probleme stieß. Seine Vorliebe galt immer wieder der Chemie. Ihm gelang erstmals die Verflüssigung von Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff.

Er war unermüdlich im Ersinnen von Versuchen und genial in ihrer Ausführung. Dabei mochte Faraday nicht im Elfenbeinturm forschen. Seine Entdeckungen sollten der Industrie und dem Gewerbe zugute kommen.

Aus diesem Grund führte er als Direktor der Londoner Institution Abendvorlesungen ein, die "Friday Evening Discourses". Hier behandelte er Praxisfragen wie die Herstellung von Schreibfedern, von Leuchtturmlampen oder Silberspiegeln. Faraday war ein exzellenter, hinreißender Redner; zu seinen Vorlesungen drängten sich die Zuhörer. Als Faraday vierzig Jahre alt war, wandte er sich wieder speziell der Elektrizität zu. Bei einer populärwissenschaftlichen Vorlesung vor der Londoner Gesellschaft experimentierte er mit Spulen, Stabmagneten und Galvanometern und zeigte, dass man mithilfe der Elektrizität nicht nur Magnetismus erzeugen, sondern auch umgekehrt Magnetismus in Elektrizität umwandeln kann.

Er legte um einen Eisenring zwei getrennte Drahtwicklungen. An die eine Drahtwicklung schloss er eine Batterie an. Die andere Wicklung war mit einem empfindlichen Messgerät, einem Galvanometer, verbunden. Beim Öffnen und Schließen des Schalters in der Drahtwicklung mit der Batterie zeigte das Galvanometer in der anderen Wicklung einen Spannungsstoß.

Faraday hatte die elektromagnetische Induktion entdeckt - eine der Grundlagen für die heutige Kraftwerkstechnik.

In seinen Aufzeichnungen vom 29. August 1831 hielt Faraday fest: Die in einer Leiterschleife induzierte Spannung ist gleich der Änderung des magnetischen Flusses in der Zeit. Sie ist stets ihrer Ursache entgegengerichtet.