Naturzug-Nasskühlturm


 
Die heute gebräuchlichste Kühlturmform ist der so genannte Naturzug-Nasskühlturm. Er besteht aus einer Betonschale, die sich in der Mitte verjüngt und oftmals eine Höhe von mehr als 150 m erreicht. Die Betonschale ruht auf einer gitterähnlichen Tragekonstruktion, sodass von allen Seiten Luft hineinströmen kann. Infolge des durch die Wärmezufuhr bedingten Auftriebs sowie durch Form und Höhe des Kühlturms bildet sich ein natürlicher Luftzug, der von unten nach oben geht.

Das erwärmte Kühlwasser, das vom Kondensator kommt, wird in etwa 12 m Höhe über Verteilerrohre in den Kühlturm geführt und durch ein Plattensystem (Rieseleinbauten) nach unten gegen den aufsteigenden Luftstrom verrieselt. Dabei kühlt das Wasser ab und sammelt sich im Kühlturmbecken (Kühlturmtasse). Von dort kann man es entweder in das Entnahmegewässer zurückleiten (Ablaufbetrieb) oder von neuem in den Kondensatorkreislauf einspeisen (Rückkühlbetrieb). Da der Luftstrom einen Teil des Kühlwassers in feinen Tröpfchen mit sich reißt, sind über den Verrieselungsplatten Tropfenabscheider angebracht.

Dadurch wird verhindert, dass die nach oben steigende Kühlturmfahne noch Wasser in Tropfenform enthält; sie besteht lediglich aus einem Gemisch von Luft und Wasserdampf.