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Die in Kraftwerken erzeugte elektrische Energie hat in der Regel
eine Spannung zwischen 6 und 21 Kilovolt. Für den möglichst
verlustfreien Transport des Stroms über größere Strecken
ist diese Spannung aber viel zu niedrig. |
| Die Ursache liegt darin, dass auch die Leitungen einen
elektrischen Widerstand besitzen. Dieser wird nach dem Widerstandsgesetz
(R ist gleich spezifischer elektrischer Widerstand mal Länge
des Leiters dividiert durch dessen Querschnittsfläche) berechnet.
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Ein Kabel aus Stahl mit einem spezifischen elektrischen
Widerstand von 0,18 , einer Länge von 200 km und einer Querschnittsfläche
von 600 mm2 hat demnach einen elektrischen Widerstand von
rund 60 Ohm.
Nehmen wir an, dass ein Kraftwerk über diese Leitung eine Leistung
von 500 MW einspeist, so wird ein Teil dieser Leistung durch den elektrischen
Widerstand der Leitungen in Wärme umgewandelt.
Aus den Gleichungen P = U · I und U = I · R erhält
man PV = R · I2. |
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In unserem Beispiel ergibt sich eine Verlustleistung von ca. 34
MW. Knapp 7 % der eingespeisten Leistung gingen damit verloren.
Aus der Gleichung PV = R · I2 erkennt
man aber auch, welche Möglichkeiten es gibt, die Verlustleistung
zu reduzieren.
Entweder muss der elektrische Widerstand oder die Stromstärke
verringert werden. Eine Verkleinerung des elektrischen Widerstandes
der Leitungen kann nur durch den Einsatz anderer Materialien mit geringerem
spezifischem Widerstand oder durch die Erhöhung des Leitungsquerschnittes
erreicht werden. Aus wirtschaftlichen Gründen sind diese Maßnahmen
jedoch nicht sinnvoll. |
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Deshalb muss die Stromstärke verringert
werden. Das wird durch Transformatoren erreicht. Sie transformieren
die Spannung auf ein Vielfaches des ursprünglichen Wertes. Die
Stromstärke wird dabei auf den entsprechenden Bruchteil reduziert.
Vereinfachend kann man also davon ausgehen, dass beispielsweise eine
Verzehnfachung der Spannung zu einer Reduzierung der Stromstärke
auf ein Zehntel des Ausgangswertes führt. Die Verlustleistung
sinkt dadurch sogar auf ein Hundertstel des ursprünglichen Wertes,
in unserem Beispiel also auf 0,34 Megawatt. |
Es gilt folgende Faustregel:
Elektrische Energie kann wirtschaftlich sinnvoll so viele Kilometer
transportiert werden, wie ihre Nennspannung, gerechnet in Kilovolt,
beträgt. So kann beispielsweise Strom mit einer Nennspannung
von 380 Kilovolt ohne Zwischenstationen nur über eine Entfernung
von etwa 380 Kilometern transportiert werden.
Für den Endverbraucher ist diese Übertragungsspannung aber
wiederum viel zu hoch. Sie muss also schrittweise wieder auf die Steckdosenspannung
von 230 Volt heruntertransformiert werden. |
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Im heutigen Stromnetz unterscheidet man vier Spannungsebenen.
Das Höchstspannungsnetz mit einer Spannung von 220
bzw. 380 kV verteilt den in Großkraftwerken erzeugten Strom
landesweit. Über dieses Leitungsnetz ist Deutschland auch mit
dem europäischen Verbundnetz gekoppelt. |
| Das 110-kV-Hochspannungsnetz dient der Versorgung
größerer Gebiete und Ballungszentren. Es bezieht seine
Energie entweder direkt aus Kraftwerken, die nicht in das Höchstspannungsnetz
einspeisen, oder über Umspannwerke aus dem 220-kV- bzw. 380-kV-Höchstspannungsnetz. |
| Die Anspeisung der Mittelspannungsnetze erfolgt meist über
Umspannwerke aus dem 110-kV-Netz. Diese sind entweder als Freiluftschaltanlagen
oder als Innenraumschaltanlagen ausgeführt. |
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| Mit Mittelspannung, die zwischen 5 und 40 Kilovolt liegen kann,
werden einerseits Industriebetriebe direkt versorgt. Andererseits
führen Mittelspannungsleitungen zu den Ortsnetztrafostationen.
Dort wird die elektrische Energie auf Niederspannung transformiert,
das sind 230 bzw. 400 Volt. |
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| Niederspannungsleitungen versorgen die einzelnen
Haushalte. Im städtischen Bereich werden hauptsächlich Erdkabel
verwendet, während auf dem Land oft auch Freileitungen eingesetzt
werden. |
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