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| Jede elektrische Ladung und damit jeder spannungsführende
Leiter ist von einem elektrischen Feld umgeben, dessen Richtung und
Stärke durch Feldlinien dargestellt werden können. Die elektrischen
Feldlinien führen definitionsgemäß von einer positiven
zu einer negativen Ladung. Dies ist der Weg, den eine frei bewegliche
positive Ladung infolge der Kraftwirkung des Feldes einschlagen würde. |
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Die Stärke dieser Kraftwirkung wird durch die physikalische
Größe "elektrische Feldstärke" -
Formelzeichen: E - beschrieben. Sie ist umso größer, je
dichter die Feldlinien verlaufen. Die Einheit der elektrischen Feldstärke
ist ein Volt pro Meter bzw. ein Kilovolt pro Meter. Man unterscheidet
zwischen homogenen und inhomogenen elektrischen Feldern. Bei einem
inhomogenen elektrischen Feld nimmt die elektrische Feldstärke
an unterschiedlichen Punkten verschiedene Werte an. So verringert
sich beispielsweise die elektrische Feldstärke um einen elektrischen
Leiter mit wachsendem Abstand. Beim homogenen elektrischen
Feld ist die Feldstärke dagegen überall gleich.
Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts hat die vielfältige Nutzung
elektrischer Energie elektrische Felder zu einem fast allgegenwärtigen
Bestandteil unserer Umwelt gemacht. Technische Systeme verwenden zumeist
Wechselspannung und Wechselströme, dabei ändern sich auch
die dabei entstehenden Felder periodisch in Richtung und Stärke.
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Das Innere eines elektrisch leitfähigen Körpers, der sich
in einem elektrischen Feld befindet, ist feldfrei. So wird beim so
genannten Faradaykäfig der Innenraum durch die leitfähige
Umhüllung gegen ein elektrisches Feld abgeschirmt. Leitfähige
Gegenstände, wie Bäume, Büsche und Gebäude, beeinflussen
ebenfalls elektrische Felder. Die Leitfähigkeit der meisten Baustoffe
ist ausreichend, um ein von außen wirkendes Feld im Inneren
eines Gebäudes auf vernachlässigbar kleine Werte herabzusetzen.
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Dies gilt auch für den Menschen, dessen Körperoberfläche
(Haut) das Innere des Körpers von elektrischen Feldern abschirmt.
Elektrische Felder gibt es aber auch in der natürlichen Umgebung.
An der Erdoberfläche existiert neben dem Erdmagnetfeld
ein natürliches elektrisches Gleichfeld. Seine Stärke wird
bestimmt durch die ionisierende Wirkung kosmischer Strahlung auf höheren
Luftschichten (Ionosphäre) und durch Luftbewegungen in der Atmosphäre.
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| Dieses Feld besteht also zwischen den Gegenpolen Ionosphäre
und Erde und erreicht bei normalen Wetterbedingungen höchstens
0,5 kV/m. Unter einer Gewitterwolke über ebenem Gelände
kann das natürliche Gleichfeld vor einer Blitzentladung bis auf
20 kV/m anwachsen. Über Bodenerhebungen oder an den Spitzen hoher
Bäume oder Türme können sogar noch weit höhere
Werte auftreten. |
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Seeleute kennen seit Jahrhunderten ein daraus entstehendes, lange
Zeit rätselhaftes Phänomen: das Elmsfeuer, eine Leuchterscheinung
an den Mastspitzen ihrer Schiffe. Ursache des Elmsfeuers ist ein hohes
luftelektrisches Potenzialgefälle, wie es sich zum Beispiel bei
gewittriger Wetterlage einstellt. |
| Eine weitere Leuchterscheinung kann an der Oberfläche der Leiterseile
von Hochspannungsfreileitungen entstehen. Durch die hohen elektrischen
Feldstärken um den Leiter werden elektrische Entladungen hervorgerufen,
die eine Ionisation der Luft (Zerteilung von Luftmolekülen) bewirken.
Man nennt dieses Phänomen Koronaeffekt. Die Geräusche
(Knistern, Prasseln, Rauschen und in besonderen Fällen ein tiefes
Brummen), die fallweise bei regnerischem Wetter oder Nebel in der
Nähe von Hochspannungsfreileitungen zu hören sind, gehen
darauf zurück. |
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| Die durch die Ionisation erzeugten Ozonmengen sind außerordentlich
gering. Bei einer 380-kV-Leitung kann 4 m vom Leiterseil entfernt
keine Konzentrationserhöhung mehr gemessen werden. Es gilt als
erwiesen, dass die von den Hochspannungsfreileitungen erzeugten Ozonmengen,
gemessen an der natürlichen Schwankung des Ozongehaltes der Luft,
ohne jede Bedeutung sind. Hinsichtlich des Geräuschpegels ist
der Koronaeffekt bei Freileitungen bis 110 kV kaum feststellbar, bei
höheren Spannungen können durch die Verwendung von Bündelleitern
der Koronaeffekt und gleichzeitig auch das Geräusch (Knistern)
reduziert werden. |
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