Einstellung der Weltgesundheitsorganisation


 
Seit etwa fünfzehn Jahren gibt es Diskussionen, ob ein Zusammenhang zwischen magnetischen Feldern und Krebserkrankungen besteht. Es wurde eindeutig festgestellt, dass bei Kurzzeiteinwirkung auch von verhältnismäßig starken Magnetfeldern keine Gesundheitsschäden auftreten.

Um aber zu klären, ob lang dauernde Einwirkungen gesundheitlich schädlich sind, wurden umfangreiche epidemiologische Studien durchgeführt. Dabei beobachtet man während einiger Jahre genau den Gesundheitsverlauf einer größeren Zahl von Personen, die in der Nähe von Hochspannungsfreileitungen leben und arbeiten. Auch bei diesen Untersuchungen konnten bis jetzt keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen festgestellt werden.

Die WHO hat eine eigene Unterorganisation ICNIRP gebildet und in mehreren offiziellen umfangreichen Veröffentlichungen ausführlich zu den Ergebnissen der weltweit durchgeführten Untersuchungen über die gesundheitlichen Auswirkungen von niederfrequenten elektromagnetischen Feldern Stellung genommen.

Es wurde ein neues weltweites 5-Jahres-Forschungsprogramm begonnen, um Aussagen zu erhärten und wissenschaftliche Forschungsergebnisse nach einheitlichen, strengen Grundsätzen zu bewerten. Das verfügbare Wissen gibt keinen Anlass, den Zutritt der Öffentlichkeit zu Regionen mit Feldstärken unter 10 kV/m zu begrenzen. Die Analyse der vorhandenen Forschungsergebnisse liefert keine schlüssigen Beweise dafür, dass die im Alltag auftretenden Felder gesundheitliche Auswirkungen auf die Bevölkerung haben, die Maßnahmen erforderlich machen würden.

Die Untersuchungen zeigen keine nachteiligen klinischen oder psychologischen Veränderungen an Lebewesen in Feldern bis zu 5 µT.

Weiter zeigen die vorliegenden Daten, dass Stromdichten unter 1 mA/cm2 in Geweben und im Zellbereich mit großer Wahrscheinlichkeit keine nachteiligen gesundheitlichen Auswirkungen hervorrufen können.

Das Thema kann damit aber nicht als abgeschlossen betrachtet werden, denn weitere Erkenntnisse über biologisch wichtige Parameter (soweit es solche gibt) müssen gewonnen werden, um zielgerichtete Untersuchungen für die Zukunft planen zu können.