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Die Generatoren, die in den Kraftwerken Strom erzeugen, müssen
mit genau 50 Umdrehungen pro Sekunde rotieren. Nur dann durchläuft
der erzeugte Wechselstrom genau 50-mal je Sekunde eine volle Phase.
Wenn diese vorgegebene Frequenz nicht stimmt, wird die Funktion zahlreicher
elektrischer Geräte beeinträchtigt, zum Beispiel von Motoren,
elektrischen Uhren oder Computern.
Falls die Frequenz unter 47,5 Hertz sinkt, können an den Generatoren
mechanische Resonanzschwingungen auftreten, die zu ihrer Zerstörung
führen. Die Kraftwerke gehen deshalb bei Erreichung dieser Grenze
automatisch vom Netz. |
Im Verbundnetz der westeuropäischen Länder darf
die Netzfrequenz nur um etwa 0,05 Hertz von der 50-Hertz-Norm abweichen.
Dagegen durfte sie im alten osteuropäischen Verbundnetz, zu dem
auch die DDR gehörte, um bis zu 1 Hertz um die Norm herum schwanken.
Das ist ein wesentlicher Grund dafür, weshalb sich die osteuropäischen
Länder nicht ohne technische Nachrüstung aus dem Verbund
mit Russland lösen und in das westeuropäische Netz eingliedern
ließen. Andererseits ist es folgerichtig, dass nach dem Fall
der Mauer und dem damit einhergehenden Abbau politischer Differenzen
auch eine verstärkte Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Stromversorgung
einsetzte. Als Zwischenlösung bis zur Stabilisierung des osteuropäischen
Netzes wurden Gleichstrom-"Brücken" zwischen Ost und
West eingeschaltet.
Zusammensetzung und Leistungsfähigkeit des westeuropäischen
Kraftwerkparks und Verbundnetzes sind so ausgelegt, dass möglichst
auch unter extremen Bedingungen wie zum Beispiel beim Ausfall einzelner
Kraftwerke, zu Zeiten extrem hoher Netzbelastung oder nach der Unterbrechung
von Versorgungsleitungen die tatsächliche Frequenz nie um mehr
als 0,2 Hertz von der Netzfrequenz (50 Hertz) abweicht. Mit anderen
Worten: Der Kraftwerkspark ist so beschaffen, dass selbst unter ungünstigsten
Bedingungen das Stromangebot nicht geringer als die Stromnachfrage
ist. |
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