Fernwirktechniken


 
Um die Schnelligkeit und Betriebssicherheit der Verständigung zu erhöhen, bauten die Stromversorger schon früh ein eigenes Fernsprechnetz auf. Die Schwachstromleitungen wurden zunächst als blanke Drähte an den Hochspannungsmasten aufgehängt, was wegen der Nähe zur Hochspannung nicht ganz unproblematisch war.

Später führte man so genannte Luftkabel über die Hochspannungsmasten, die mehrere Adern enthielten und entsprechend mehr Übertragungskanäle boten.

Dieses betriebliche Telefonnetz wurde bald auch zur Fernübertragung von Daten verwendet. Zum Beispiel, um Spannungen und Stromstärken im Umspannwerk von der Netzleitstelle aus kontrollieren zu können. Der nächste Schritt bestand im Aufbau einer Fernbedienungstechnik, die es z. B. ermöglichte, auch weit entfernte Schalter im Umspannwerk von der Netzleitstelle aus zu betätigen. Beides zusammen bezeichnete man als "Fernwirktechnik".

Bei diesen Steuer- und Regelprozessen war man zunächst auf die beschränkten Möglichkeiten der Relaistechnik angewiesen.

Es kam nur selten vor, dass Regelvorgänge ohne Mitwirkung des Menschen automatisch abliefen. Zu den Ausnahmen gehörte die Regelungstechnik in den Kraftwerken, wo man schon relativ früh die Dampfzufuhr zur Turbine so mit dem Frequenzmesser koppelte, dass auch bei wechselnder Netzbelastung automatisch die Einhaltung der Netzfrequenz gewährleistet war.