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| Brennstoffzellen wandeln wasserstoffhaltige Energieträger
auf elektrochemischem Wege direkt in elektrische Energie um. Dabei
fällt Wärme als Nebenprodukt an. Damit sind stationäre
Brennstoffzellensysteme für die Kraft-Wärme-Kopplung und
mobile Systeme für den Antrieb von Elektrofahrzeugen geeignet. |
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| Brennstoffzellen kommen ohne Turbine und Generator aus. Eine Brennstoffzelle
besteht aus zwei Elektroden und dem Elektrolyten. Die
Elektroden sind über einen äußeren Stromkreis elektrisch
leitend miteinander verbunden. Die Anode wird mit dem Brennstoff,
z. B. Wasserstoff, und die Kathode mit dem Oxidationsmittel
Sauerstoff versorgt. Zwischen Anode und Kathode befindet sich der
Elektrolyt, ohne den sich beide Gase sonst vermischen würden:
Es käme dann allenfalls zu einer normalen Verbrennung bzw. einer
Knallgasreaktion. |
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Der Elektrolyt bewirkt jedoch statt der normalen Verbrennung
eine elektrochemische Reaktion: An der Anode wird der Brennstoff oxidiert.
Es werden Elektronen in den äußeren Stromkreis abgegeben,
wodurch an der Anode positiv geladene Wasserstoffionen entstehen.
Diese Wasserstoffionen wandern durch den Elektrolyten zur Kathode.
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An der Kathode reagieren die Wasserstoffionen mit dem
Sauerstoff und den aus dem elektrischen Leiter stammenden Elektronen
zu Wasser. |
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Es bewegen sich bei geschlossenem äußeren Stromkreis
und konstanter Brennstoffzufuhr also ständig Elektronen von der
Anode zur Kathode, d. h., es fließt ein elektrischer Strom.
Die Anode ist demnach der Minuspol, die Kathode der Pluspol der Brennstoffzelle,
zwischen denen wie bei einer herkömmlichen Batterie eine elektrische
Spannung besteht. |
| Wie bei einer Batterie wird auch bei der Brennstoffzelle eine Gleichspannung
erzeugt. Sie beträgt bei einer einzelnen Zelle theoretisch ca.
1,2 Volt. Beim Betrieb der Zelle kommt es bei Stromfluss wie in jedem
Stromkreis zu Verlusten. Dies führt in der Praxis zu niedrigeren
Zellspannungen. Sie betragen etwa 0,6 bis 0,9 Volt. |
| Will man technisch nutzbare Spannungen erzielen, schaltet
man zahlreiche Einzelzellen in Serie. Aus Einzelzellen werden Zellenstapel,
so genannte Stacks, sandwichartig aufgebaut. Technisch erreichen
solche Stacks Spannungen bis etwa 200 Volt. Die Stromstärke ist
proportional zur Fläche der Elektroden und erreicht je nach Zellentyp
und Betriebsbedingungen etwa 0,1 bis 1 A/cm2. |
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| Ein großer Vorteil der Brennstoffzelle ist ihr
hoher Wirkungsgrad. Als elektrochemischer Energiewandler unterliegt
die Brennstoffzelle nicht dem Gesetz von Carnot, das den Wirkungsgrad
von Wärmekraftmaschinen aus physikalischen Gründen grundsätzlich
beschränkt. Je nach Typ und Brennstoff kann eine Zelle Wirkungsgrade
von 70 bis annähernd 100 % erreichen. In der Praxis beträgt
der Wirkungsgrad der einzelnen Zelle 40 bis 70 % und der des gesamten
Systems 35 bis 60 %. |
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Ein weiterer Vorteil der Brennstoffzelle ist, dass
sie in einem weiten Bereich schwankende Belastungen verkraftet, ohne
wesentlich an Effizienz zu verlieren. Ihr Wirkungsgrad erreicht bereits
bei halber Volllast sein Maximum, um dann mit wachsender Stromentnahme
in einer flachen Kurve abzufallen. Sie kann sich damit den Schwankungen
des Strombedarfs besser anpassen als Wärmekraftmaschinen, die
erst bei Volllast ihre volle Effizienz entfalten. |
| Brennstoffzellen erzeugen den Strom sehr umweltfreundlich. Im Idealfall,
beim Betrieb mit reinem Sauerstoff und reinem Wasserstoff,
entsteht als Abfallprodukt nichts weiter als Wasser. |
| Wasserstoff und Sauerstoff sind jedoch relativ teuere
Gase und müssen erst aus anderen Substanzen gewonnen werden.
Unter diesen Umständen könnte die Stromerzeugung mit Brennstoffzellen
mittelfristig nicht wirtschaftlich werden. Zum Glück stellen
aber die meisten Brennstoffzellen an die Reinheit der zugeführten
Gase nicht so hohe Ansprüche. |
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Anstelle von reinem Wasserstoff nehmen sie auch mit Wasserstoff
aus Erdgas und anstelle von reinem Sauerstoff auch mit dem Sauerstoff
aus der Luft vorlieb. Allerdings muss man den Brennstoff -
der neben Erdgas auch Biogas oder Methanol sein kann - erst zu einem
wasserstoffhaltigen Gemisch aufbereiten und von Stoffen befreien,
die die Brennstoffzelle schädigen könnten.
Die Klassifizierung der Brennstoffzellen erfolgt nach der Art des
Elektrolyten. Dadurch ergeben sich Unterschiede in der Arbeitstemperatur
und in den Elektrodenmaterialien.
Zu den Niedertemperatur-Brennstoffzellen gehören
die alkalische Brennstoffzelle (AFC),
die Membran-Brennstoffzelle (PEMFC)
und die phosphorsaure Brennstoffzelle (PAFC).
Sie werden ausschließlich mit Wasserstoff als Brennstoff betrieben.
Die Karbonatschmelze-Brennstoffzelle (MCFC)
und die Oxidkeramik-Brennstoffzelle (SOFC)
sind Hochtemperatur-Brennstoffzellen, die auch für den direkten
Einsatz von Kohlegas geeignet sind.
Die Entwicklung der Polymer-Elektrolyt-Brennstoffzelle (PEMFC)
wird zurzeit am stärksten vorangetrieben. Dies liegt an ihrer
universellen Einsetzbarkeit und an der einfachen Systemtechnik.
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